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Formel 1: Das sagt Gerhard Berger zu Sebastian Vettels Zukunft bei Ferrari

Formel 1: Das sagt Gerhard Berger zu Sebastian Vettels Zukunft bei Ferrari

MONZA, ITALY - SEPTEMBER 14:  Sebastian Vettel (R) of Germany and Scuderia Toro Rosso celebrates on the podium with Scuderia Toro Rosso Team Owner Gerhard Berger after winning the Italian Formula One Grand Prix at the Autodromo Nazionale di Monza on
Gerhard Berger war bei Sebastian Vettels erstem F1-Sieg Mitbesitzer von Toro Rosso.
Getty Images, Bongarts

Mit großen Erwartungen ist Sebastian Vettel vor zwei Jahren ins Abenteuer Ferrari gestartet. Herausgekommen ist - abgesehen von drei Siegen in seinem Auftaktjahr - nicht viel. Und das wird auch so bleiben, sagt zumindest der ehemalige Formel-1-Pilot Gerhard Berger.

Berger: Vettel fehlt das richtige Gepäck

Die Euphorie in Italien war groß, als Sebastian Vettel 2014 seinen Wechsel von Red Bull zu Ferrari verkündete. Es sollte der Beginn einer ganz großen Erfolgsgeschichte werden, hofften alle im Ferrari-Land. Von der Euphorie ist nichts mehr zu spüren, der viermalige Weltmeister wie auch sein Teamkollege Kimi Räikkönen waren zu Saisonende schon zufrieden, wenn sie durch glückliche Zufälle mal aufs Podest gespült wurden. An ein Vorbeikommen an den übermächtigen Silberpfeilen oder auch an den starken Red Bull war nicht zu denken.

Und das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern - da ist sich Gerhard Berger sicher. Bei den Italienern eine Ära a la Michael Schumacher einzuleiten, das traut der Österreicher dem 29-Jährigen nicht zu. Vielmehr glaubt Berger, dass Vettels Ferrari-Projekt zum Scheitern verurteilt ist - was nicht allein dem Fahrer anzukreiden sei.

Schumacher wäre 1996 "mit Benetton-Leuten im Gepäck" zu Ferrari gewechselt. Ein Jahr später kam Ross Brawn als Technischer Direktor von Benetton zur Scuderia, zwei Jahre später folgte der Benetton-Aerodynamiker Rory Byrne. "Als Schumacher ankam, war Ferrari in dem Zustand von heute. Sebastian hätte den Schritt zu Ferrari nur machen sollen, wenn er wie Michael damals Schlüsselfiguren von Red Bull hätte mitziehen können", sagte Berger zu 'Motorsport aktuell' und spielte auf das personelle Hin und Her bei der Scuderia an. Auch 2017 werde sich bei Ferrari nicht viel zum Besseren wenden, so der ehemalige Pilot. Danach müsse sich Vettel "neu orientieren", so Berger.

Kann Vettel nur im stärksten Auto gewinnen?

Das könnte er auch, denn Vettels Kontrakt bei den Roten läuft nach dieser Saison aus. Und dem Vernehmen nach hat Valtteri Bottas bei Mercedes nur einen Ein-Jahresvertrag mit einseitiger Option für die Silberpfeile unterschreiben dürfen. Sollte der Finne nicht abgehen wie eine Rakete, dann stünde Vettel 2018 Gewehr bei Fuß.

Mit einem Makel müsste er dann allerdings leben: Kritiker hatten Vettel schon zu Red-Bull-Zeiten vorgeworfen, er könne nur mit dem stärksten Auto vorneweg fahren. Und wenn er sich ins gemachte Mercedes-Nest setzt und dann wieder um den WM-Titel kämpft, würden sie sich bestätigt fühlen.