FIA "beobachtet Situation genau"

Coronavirus gefährdet weitere Formel-1-Rennen

So soll die Start- und Zielgerade des Formel-1-Parcours in Hanoi aussehen.
© Tilke GmbH & Co. KG

27. Februar 2020 - 10:19 Uhr

Der Grand Prix von Vietnam steht auf der Kippe

Das Coronavirus breitet sich weiter aus - und bedroht womöglich auch weitere Formel-1-Rennen. Wie der Automobil-Weltverband FIA heute mitteilte, stehen weitere Rennen unter Beobachtung. Vor allem der Große Preis von Vietnam ist in Gefahr. Erst vor zwei Wochen wurde bereits der Große Preis von China in Shanghai wegen des Coronavirus verschoben. Hanoi, der Austragungsort des Grand Prix von Vietnam, liegt nur rund 150 Kilometer entfernt von der chinesischen Grenze. Zuletzt hatten die Veranstalter betont, dass das Rennen stattfinden werde.

FIA veröffentlicht Statement

"Nach der ausgebrochenen Coronavirus-Epidemie, von der bislang hauptsächlich China betroffen war, verfolgt die FIA unter der Leitung des Präsidenten der medizinischen Kommission, Professor Gerard Saillant, die Entwicklung der Situation", heißt es in der Pressemeldung. Die FIA werde die bevorstehenden Rennen bewerten und falls nötig, jede notwendige Maßnahme treffen, um die weltweite Motorsport-Gemeinschaft und die Öffentlichkeit zu schützen.

Hanoi-Funktionär zieht Absage in Erwägung

Vor allem das Rennen in Vietnam Anfang April steht auf der Kippe. RTL hat bereits beschlossen, den Grand Prix nicht vor Ort zu begleiten, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keinem Risiko auszusetzen. Auch ein Funktionär der Stadt Hanoi schließt eine Absage des Formel-1-Rennens nicht mehr aus. Er könne "nicht mit 100 Prozent Sicherheit" sagen, dass die Premiere des Grand Prix stattfinde, erklärte Nguyen Duc Chung Chung.

Teams könnte Einreise verweigert werden

Vietnams Premierminister Nguyen Xuan Phuc hat bereits die Vorkehrungen gegen die Epidemie dahingehend verschärft, dass vorläufig niemand aus Coronavirus-kontaminierten Gebieten einreisen darf. Zu den stark betroffenen Regionen zählt mittlerweile auch Italien. Ein Einreiseverbot würde damit unter anderem die Crews der Formel-1-Teams Ferrari und Alpha Tauri sowie Reifenhersteller Pirelli betreffen.

Auch in Bahrain, wo das zweite Saisonrennen im März stattfinden soll, hat seine Einreisebedingungen verschärft. Flüge aus Dubai und Singapur dürfen derzeit nicht im Königreich landen. Genau diese beiden Drehkreuze werden von vielen Reisenden genutzt - und auch die Formel-1-Teams würden nach dem Saisonauftakt in Australien Mitte März über Dubai oder Singapur einreisen wollen.