12-Stunden-Wirrwarr

Ross Brawn: Darum dauerte es so lange bis zur Absage

F1 Grand Prix of Bahrain - Previews
F1 Grand Prix of Bahrain - Previews
© Getty Images, Bongarts, wt

14. März 2020 - 10:01 Uhr

Absage des Australien-GPs wegen Corona: Erklärungsversuch von Ross Brawn

Formel Chaos: 12 Stunden lagen zwischen der Nachricht, dass der Rennstall McLaren nach einem Corona-Fall nicht starten wird und der offiziellen Absage des Auftakts der Formel 1. F1-Sportchef Ross Brawn hat nun versucht, das lange Rumgeeiere zu erklären.

"Mussten so viele Themen durcharbeiten"

Der offiziellen F1-Seite 'formula1.com' sagte der 65-Jährige: "Sobald wir den ersten positiven Fall hatten, sobald ein Team deswegen nicht antreten konnte, hatten wir natürlich ein Problem, das wir angehen mussten."

Was passierte also in den 12 Stunden zwischen der McLaren-Bestätigung und der Absage?

"Wir haben uns mit den Teams beraten, mit den Gesundheitsbehörden, mit der FIA und dem Veranstalter vor Ort. Ich war die ganze Nacht wach. Wir mussten so viele Themen durcharbeiten. Wir mussten die Teams nochmal zu einem Meeting versammeln. Das braucht alles seine Zeit", so Brawn. 

"Das hier ist keine Autokratie"

Fakt ist: Während Medien wie die BBC schon die Absage rausposaunten, meldete sich die Formel 1 lediglich mit einem Mini-Statement nach dem McLaren-Rückzug zu Wort. Darin hieß es, die F1 und FIA beraten sich mit den relevanten Behörden über die nächsten Schritte. Dann war Funkstille bis in die den frühen Morgen (Ortszeit).

"Das ist hier keine totale Autokratie, man kann nicht einfach eine Entscheidung fällen", erklärte Brawn: "Wir haben mit der FIA Rücksprache gehalten, die in Europa sitzt, also in einer anderen Zeitzone. Wir mussten mit [FIA-Präsident] Jean Todt sprechen."

Ein weiteres Problem: F1-CEO Chase Carey saß noch im Flieger. "Er ist von Vietnam gerade nach Australien geflogen. Das war also eine sehr stressige Zeit. Und wenn man dann sieht, dass wir bei einem so einem wichtigen Thema binnen zwölf Stunden zu einem Ergebnis gekommen sind, dann war das gut. Man muss so viele Faktoren miteinbeziehen in die Entscheidung. Ich denke, wir haben einen ziemlich guten Job gemacht." Das werden viele Fans, die schon angereist waren und wegen der unklaren Situation auf Infos warteten, anders sehen ...

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RTL-Experte Christian Danner: Vorgezogene Sommerpause möglich

Wie geht es weiter?

Einen wirklichen positiven Ausblick für 2020 wagte Brawn nicht. "Wir wollen die Saison neu aufbauen, aber wir müssen realistisch sein, wann es wieder starten kann. Daran arbeiten wir gerade."

Klares Ziel sei, die Saison 2020 neu zu planen und abgesagte Rennen zu einem anderen Zeitpunkt im Rennkalender unterzubringen. RTL-Experte Christian Danner sieht einen Saisonstart nicht vor Mai oder Juni.

Bislang offiziell abgesagt sind die Rennen in Australien und China. Doch eigentlich rechnet kaum jemand damit, dass die Grand Prix in Bahrain (Geisterrennen) und Vietnam noch stattfinden. Das erste Rennen in Europa ist noch für Anfang Mai (3.5.) in Zandvoort angesetzt.