Belgien verbietet weiter Massenveranstaltungen

Rennen in Spa kann nicht wie geplant stattfinden

Formel 1 Großer Preis von Belgien
Formel 1 Großer Preis von Belgien
© picture-alliance / dpa/dpaweb, Rainer Jensen

16. April 2020 - 12:23 Uhr

F1 muss auch bei Belgien-GP kreativ werden

Der Große Preis von Belgien wird in der ohnehin durcheinander gewirbelten Formel-1-Saison 2020 ebenfalls nicht wie geplant stattfinden können. Dies bestätigte der Veranstalter am Donnerstag. In Belgien waren tags zuvor Großveranstaltungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 31. August untersagt worden - das Rennen auf dem legendären Ardennen-Kurs sollte eigentlich am 30. August stattfinden.

Man prüfe nun alle Optionen, sagte Vanessa Maes, Managerin des Grand Prix, der Nachrichtenagentur Belga: "Verschiebung, ohne Zuschauer oder Absage. Niemand kann sagen, wie es in viereinhalb Monaten sein wird."

Mittlerweile sind neun der 22 Rennen abgesagt oder verschoben. Um als Weltmeisterschaft gewertet zu werden, müssen mindestens acht Rennen in diesem Jahr gefahren werden.

Am Plan, die Saison am 28. Juni in Frankreich zu beginnen, wird man aber wohl auch nicht festhalten können. Staatspräsident Emmanuel Macron hatte am Montag die Ausgangsbeschränkungen in Frankreich verlängert, Veranstaltungen "mit großem Publikum" sind bis Mitte Juli verboten. Die Veranstalter des Grand Prix wollen "in den kommenden Tagen kommunizieren", was die neuen Ankündigungen für das Event bedeuten, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Geisterrennen in Spielberg?

Für den Großen Preis von Österreich (5. Juli) könnte ein Geisterrennen "machbar" sein, betonte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Die Strecke in Spielberg sei dafür bereit und könne in "sehr kurzer Zeit" die dafür erstellten Kriterien des Weltverbandes FIA erfüllen, sagte Horner zu Sky Sports.

Auch der Lauf in Monza am 6. September ist fraglich. "Wir bräuchten ein Wunder: Wir erleben eine Phase großer Ungewissheit und wir müssen mit größter Umsicht handeln", sagte Angelo Sticchi Damiani, Vizepräsident des Automobil-Verbandes FIA und Veranstalter des italienischen Grand Prix, im Interview mit der Gazzetta dello Sport: "Wir müssen begreifen, wie sich die Lage in den Ländern entwickelt. Wir können uns keine Fehler mehr wie in Australien erlauben, als das Rennen abgesagt wurde, als die Menschen im Autodrom waren. Es wäre ein Desaster wenn wir neu starten und die Formel 1 wieder stoppen müssten." 

RTL-F1-Experte Christian Danner hatte in der vergangenen Woche vorgerechnet, dass mindestens 1.000 Menschen für ein "Geisterrennen" notwendig seien. "Ich glaube schon, dass wir da um die 1.000, 1.500 Leute haben, die sicherstellen, dass das Ding nicht nur ablaufen kann, sondern auch sichtbar wird", erklärt der ehemalige Rennfahrer.

Wegen der Pandemie mussten bereits die ersten neun Saisonrennen der Motorsport-Königsklasse abgesagt oder verschoben werden. Der einstige Rennkalender ist von der offiziellen Formel-1-Homepage verschwunden. An einem neuen wird gearbeitet. Der Wunsch wäre ein Beginn im Juli mit bis zu 18 oder 19 Rennen.

RTL.de/SID/dpa