Auch die Dienstkleidung rettete Grosjean das Leben

Acht Sekunden länger in den Flammen hätte Grosjean womöglich nicht überlebt

29. November 2020 - 20:55 Uhr

Romain-Glück dank Halo, Hilfe und hitzeresistenter Kleidung

Gott und vielen Sicherheitsmaßnahmen in der Formel 1 sei Dank: Romain Grosjean hat den schrecklichen Feuer-Unfall beim Großen Preis von Bahrain überlebt. Zum einen leistete der Cockpitschutz Halo unsagbare Dienste, zudem waren der Fahrer des Medical Cars, Alan van der Merwe, und Streckenposten sofort zur Stelle, um dem Haas-Piloten beim Ausstieg aus seinem völlig zerfetzten Boliden zu helfen.

Mit unzähligen Sicherheitsmaßnahmen hat die FIA die Formel 1 sukzessive sicherer gemacht. Spezial-Polsterungen im Monocoque gehören genauso dazu wie das Halo oder die vielschichtigen feuerfesten Overalls der Piloten. "Der Cockpitschutz Halo hat ihm das Leben gerettet", sagt RTL/ntv-Experte Felix Görner.

Aber auch Grosjeans Bekleidung trug mit Sicherheit dazu bei, dass er das Flammenmeer überlebte, erklären unsere Formel-1-Experten im Video oben. Nach 27 Sekunden kletterte Grosjean aus seinem Dienstwagen – nach 35 Sekunden wäre es womöglich zu spät gewesen. So lange hält das spezielle Material, aus dem die Schutzkleidung der Piloten gefertigt ist, mindestens einem Feuer stand.

Grosjeans schlimmer Feuer-Unfall im Video

Selbst die Socke schützte Grosjean

Bei seiner Selbstrettung aus dem Feuer verlor Grosjean seinen linken Schuh, die Socke schützte ihn aber weiterhin. "Deswegen gab es keine schwereren Verbrennungen", urteilt Görner. Laut erster Diagnose hat Grosjean nach Angaben des Teams "nur" leichte Verbrennungen an den Händen erlitten.

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Erinnerungen an Lauda-Unfall werden wach

Nach einem Zusammenstoß in der zweiten Runde beim Grand Prix auf dem Nürburgring am 01.08.1976 brennt der Ferrari des österreichischen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda. Nur in letzter Sekunde entkam Niki Lauda vor 30 Jahren auf dem Nürburgring dem To
Formel 1 1976 - Unfall von Niki Lauda auf dem Nürburgring
© picture-alliance/ dpa, ATP

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Damals war die Sicherheit in der Formel 1 längst nicht so hoch. Lauda bleibt mehr als eine halbe Minute im Auto - mit schlimmen Folgen. Seine Lunge verätzt im Feuer, der Österreicher, der im Mai 2019 starb, überlebte schwer verletzt und nur wie durch ein Wunder. Doch weil unter anderem auch sein Helm wegflog, trug er schwerste Verletzungen davon, die ihn sein restliches Leben beeinträchtigten.

Haas-Teamchef: „Das war Glück im Unglück“

Romain Grosjean
Romain Grosjean wird nach seinem schlimmen Unfall in Bahrain ins Krankenhaus gebracht
© Imago Sportfotodienst

Die, so scheint es nach der ersten Diagnose vor der eingehenden Untersuchung im Militärkrankenhaus von Bahrain, bleiben Grosjean erspart. Kurz nach dem verheerenden Crash saß er im Auto des Streckenarztes. Er musste zwar anschließend gestützt werden, konnte aber noch selbst zum bereitgestellten Krankenwagen laufen. Das Urteil von Haas-Teamchef Günther Steiner ist eindeutig: "Das war Glück im Unglück."

Grosjean hatte an diesem Tag ein ganzes Heer an Schutzengeln. Bei einem von ihnen bedankte sich Teamchef Steiner persönlich: Noch während der Rennunterbrechung ging er zu Medical-Car-Driver Alan van der Merwe, der Grosjean dabei geholfen hatte, den Flammen zu entkommen.

RTL.de/ntv.de