Wegen irreführender Werbung

Foodwatch zeigt Aldi wegen Kükenschredderns an

Das Gesetz gegen Kükentöten soll ab 2022 in Kraft treten. (Symbolbild)
© dpa, Peter Endig, pen lre tba jol uk kno

28. November 2020 - 15:29 Uhr

Irreführende Aldi-Werbung sorgt für Zoff

Es geht mal wieder um das Thema Kükentöten. Foodwatch hat jetzt Klage am Landgericht Essen eingereicht. Der Vorwurf: Aldi soll Verbraucher getäuscht haben. Konkret geht es um eine Kampagne, in der der Discounter mit dem Slogan "Wir schaffen das Kükentöten ab" warb. Doch das soll sich ausschließlich auf die Schaleneier im Karton beziehen, nicht aber auf die Eier, die für Kuchen, Nudeln oder Fertiggerichte verwendet wurden. Im Zuge dieser Produktion würden nämlich weiter männliche Küken getötet, heißt es.

Lidl schaffte irreführende Werbung bereits ab

Foodwatch will Aldi jetzt untersagen lassen, mit irreführenden Slogans zu werben. Auf Anfrage der "NOZ" wollte sich Aldi unter Verweis auf das Verfahren nicht zu den Vorwürfen äußern. Das Landgericht in Essen soll den Eingang der Klage bestätigt haben. Eine Entscheidung soll frühestens im kommenden Jahr fallen.

Auch gegen Lidl ging Foodwatch schon vor – mit Erfolg. Das Geschäft hat ihre irreführende Werbung in Bezug auf das Kükenschreddern mittlerweile abgeschafft.

Kükenschreddern soll ab 2022 verboten werden

Jedes Jahr werden in Deutschland 45 Millionen männliche Küken der Legehennen-Linien direkt nach dem Schlüpfen vergast. Ihre Aufzucht lohnt sich nicht. Im September hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach die Praxis ab 2022 verboten werden soll.