Foodwatch warnt: Ekel-Alarm in deutschen Bäckereien

28. Juni 2017 - 19:44 Uhr

Die Verbraucher bleiben mal wieder auf der Strecke

Ekelzustände in deutschen Backstuben – die Organisation Foodwatch hat in den Jahren 2013 bis 2016 erschreckende Beobachtungen gemacht. In einem Untersuchungsbericht, der der 'Süddeutschen Zeitung' und dem Politmagazin 'report München' vorliegt, heißt es: Verbrauchern werden wichtige Informationen vorenthalten.

"Eingebackene Deutsche Schabe" - guten Appetit!

So gab es in den Jahren 2013 bis 2016 Kontrollen in acht Betrieben. Foodwatch hatte bei den Behörden um Auskunft zu Beanstandungen und Hygienemängel gebeten. Die Behörden müssen nach dem Verbraucherinformationsgesetz Auskunft geben.

"Laut Gutachten des LGL vom 04.05.2015 handelt es sich um eine in Mühlengold Klassisch Krusten-Schnitten eingebackene Deutsche Schabe", steht im Untersuchungsbericht. Weiter ist die Rede von einem "Schädlingsbefall im Bereich Biowarenlager". Das berichtet der Bayerische Rundfunk und nimmt dabei Bezug auf Beobachtungen in der Großbäckerei 'Bäcker Bachmeier'. Die Firma reagierte schockiert und gab an, Maßnahmen zu ergreifen, um solche Vorfälle künftig zu verhindern.

In der Großbäckerei 'Ihle' soll ein Plastikstreifen in einem Brot gefunden worden sein, während im Betrieb Mäusekot und Schädlinge entdeckt wurden. Auch dort verspricht man Maßnahmen gegen die Hygienemängel.

Die 'Kotpille eines Kleinsaugers' in einem Weizenbrötchen. Entdeckt wurde diese laut dem Bericht in einem Produkt der Firma 'Der Beck'. Die wirbt ausgerechnet mit dem Slogan: "Lecker. Leben. Leidenschaft." Na, dann guten Appetit!

Vorbild Dänemark - Transparenz schon seit 2001

Schabe und Brot
Eine Schabe und ein Brot - zwei Sachen, die nicht zusammenkommen sollten, es aber häufiger tun, als wir Verbraucher geahnt hätten. Foto: Symbolbild.
© iStockphoto

Foodwatch bemängelt vor allem, dass die Lebensmittelkontrollen durch Steuergelder finanziert, die Steuerzahler aber nicht über die Ergebnisse informiert werden. Eine Gesetzesänderung im Jahr 2012 und ein Handlungsversprechen aus der Politik sollten eigentlich für mehr Transparenz sorgen - doch Fehlanzeige! Zufälligerweise hat das bayerische Verbraucherschutzministerium aber zwei Tage vor Erscheinen des Berichts ein neues Sonderkontrollprogramm für Großbäckereien angekündigt, schreibt der Bayerische Rundfunk weiter. "Bei amtlichen Lebensmittelkontrollen wird in Deutschland Jahr für Jahr etwa jeder vierte Betrieb beanstandet, vor allem aufgrund von Hygienemängeln", so Foodwatch.

Doch was kann getan werden, damit sich die Zustände in Deutschland ändern? Denkbar wäre eine Übernahme des dänischen Smiley-Systems. Dort werden die Kontrollergebnisse schon seit 2001 direkt veröffentlicht. Ähnliche Verfahren wurde hierzulande schon häufiger diskutiert, bislang konnten sich die Verbraucherschutzministerien jedoch nicht durchsetzen.