News
Aktuelle Nachrichten, Schlagzeilen und Videos

Folter-Paar von Höxter: Angeklagte Angelika W. stellt sich als Opfer ihres Ex-Mannes dar

Detaillierte Aussage der Angeklagten

Im Prozess um das Folter-Ehepaar von Höxter hat die Mitangeklagte ausgesagt, ihr Ex-Mann habe sie selbst auch immer wieder misshandelt. Dabei musste sie laut eigener Aussage ähnliche Qualen erleiden wie die Opfer der beiden.

"Dabei gab es zum Teil Abdrücke von seinen Zähnen"

Demnach habe Wilfried W. sie immer wieder mit heißem Wasser an Schultern, Armen und Nacken verbrüht. Außerdem habe er sie durch Tritte verletzt, ihr in die Brüste gebissen und sich auf sie gelegt, um ihr die Luft abzudrücken. Sie habe Todesängste ausgestanden. "Dabei gab es zum Teil Abdrücke von seinen Zähnen. Meine Brustwarzen waren blutig und zum Teil abgebissen", sagte die Angeklagte.

Trotz der Misshandlungen, die schon zu Beginn ihrer Beziehung begonnen haben sollen, heirateten Angelika und Wilfried W. Zur Polizei sei sie nicht gegangen, weil sie ihren damaligen Ehemann nicht ins Gefängnis bringen wollte.

Er habe ihr immer wieder vorgeworfen, sie habe Fehler gemacht. So habe sie die Schuld am brutalen Verhalten des Ehemannes bei sich gesucht. "Wenn ich keine Fehler gemacht hätte, hätte er nicht böse werden müssen. Zumindest hat er mir das so immer vorgeworfen", erklärte die 47-Jährige.

Aussage widerspricht Verteidiger-Angaben

Der Mitangeklagte Wilfried W. sagte zunächst nichts zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger Detlev Binder sagte, dass er nicht der Haupttäter sei. Er sei lediglich Zeuge gewesen und habe die Opfer nicht misshandelt.

Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika stehen vor dem Landgericht Paderborn, weil sie über längere Zeit immer wieder junge Frauen über Kontaktanzeigen in ihr Haus in Höxter gelockt und brutal misshandelt haben sollen. Zwei ihrer Opfer starben an den Folgen. Ihnen wird Mord durch Unterlassen und mehrfache Körperverletzung vorgeworfen.

Mehr News-Themen