31. Juli 2018 - 12:34 Uhr

Wenig Zeit für Kontrolle der Maschinen

Flugzeuge gelten als die sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Damit die Fluggäste heil ankommen, sind jede Menge Kontrollen und Wartungsarbeiten nötig. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL glauben 82 Prozent der Deutschen, dass die Maschinen, die hierzulande starten, ordnungsgemäß gewartet sind. Allerdings stehen Wartungstechniker immer mehr unter Zeitdruck.

Ein Wartungstechniker packt aus

Im Video erzählt einer davon, was er tagtäglich bei der Arbeit erlebt. "Es wird gesagt: schnell, schnell, schnell. Morgen Früh muss die Maschine fliegen, es ist egal, wie", erzählt der Mann dem RTL-Reiseexperten Ralf Benkö. Weil Zeit und Arbeitskräfte knapp kalkuliert sind, können wichtige Sicherheitsstandards oft nicht eingehalten werden. Teilweise schrauben sogar Techniker an Maschinen herum, für die sie gar keine Lizenz haben.

Was wird überhaupt kontrolliert, bevor ein Flugzeug abheben darf?

Vor jedem Start müssen die Cockpit-Besatzung und die Flughafenmechaniker einen "Pre-Flight-Check" durchführen. Dabei geht der Pilot einmal außen um das Flugzeug herum und prüft die Maschine auf sichtbare Beschädigungen oder Auffälligkeiten. Das dauert laut "Lufthansa Technik" je nach Maschine 15 bis 60 Minuten. Wenn dabei ein Schaden gefunden wird, der nach Ansicht des Piloten die Sicherheit des Flugs gefährden könnte, muss das Problem vor dem nächsten Abheben behoben werden.

Einmal am Tag gibt es zusätzlich eine größere Kontrolle, den "Ramp-Check". Dabei wird das Flugzeug gründlich von innen und außen kontrolliert. Die Techniker schauen sich auch die Reifen und Bremsen genauer an, prüfen die Triebwerke und Tragflächen und füllen, wenn nötig, Öl und Hydraulikflüssigkeit nach. Auch die Sauerstoffversorgung in der Kabine, die Feuerlöscher und das Cockpit werden noch mal genau unter die Lupe genommen. Wenn irgendwo ein Defekt gefunden wird, kümmern sich die Techniker sofort darum und tauschen das beschädigte Teil aus.

So läuft es zumindest idealerweise. Weil der Preiskampf zwischen den Fluggesellschaften aber immer härter wird, versuchen die Airlines zu sparen, wo es nur geht. Bei einer internen Studie einer großen europäischen Airline kam heraus: Auf Hinflügen werden viel weniger Defekte gemeldet als auf Rückflügen. 85 Prozent der Schäden treten angeblich erst auf, wenn das Flugzeug wieder zuhause ist. Im Heimatflughafen können die Schäden viel leichter und günstiger repariert werden als im Ausland. Deshalb fliegen die Piloten anscheinend weiter, wenn es irgendwie geht.

Wird Fliegen dadurch unsicherer?

Flugzeugwartung ist wichtig für die Sicherheit
Die vorgeschriebenen Kontrollen und Wartungsarbeiten bei Flugzeugen sind wichtig, damit die Passagiere sicher ans Ziel kommen (Foto: Motivbild).
© dpa, Axel Heimken, ahe fgj

Grundsätzlich ist die Sicherheit der Fluggäste nicht in Gefahr, meinen Experten. Moderne Flugzeuge haben jede Menge Reservesysteme, die im Notfall einspringen können. Trotzdem haben die vorgeschriebenen Kontrollen ihren Sinn. Sie sollen garantieren, dass nichts übersehen wird. "Wir sollten nicht noch mehr an diesen Sicherheitsnetzen herumsägen", warnt auch der Verkehrspilot Ralph Eckhardt. Wenn zu wenige Mitarbeiter zu viele Flugzeuge in zu kurzer Zeit auf Vordermann bringen sollen, kann sich jeder vorstellen, wie schnell Fehler passieren können.