Flugzeugabsturz auf Kuba: Deutsche Opfer

Für die Insassen des kubanischen Regionalflugzeugs kam jede Hilfe zu spät. Unter den Toten sind 40 Kubaner und 28 Menschen aus elf verschiedenen Ländern.
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08. November 2010 - 12:23 Uhr

Wirbelsturm die Unglücksursache?

In Kuba und in Pakistan sind innerhalb kürzester Zeit zwei Flugzeuge abgestürzt und haben 89 Menschen in den Tod gerissen, unter ihnen zwei Deutsche.

Auf einem kubanischen Inlandsflug stürzte eine zweimotorige Turboprop-Maschine der staatlichen Fluggesellschaft Aerocaribbean ab. An Bord waren 40 Kubaner und 28 Ausländer. In Pakistan verunglückte eine Maschine, die für die italienische Ölgesellschaft Eni unterwegs war. Vier Besatzungsmitglieder und 17 Passagiere starben, unter ihnen ein Italiener.

Den Absturz des kubanischen Flugzeugs könnten Ausläufer des in der Karibik tobenden Wirbelsturms Tomás verursacht haben. Das Flugzeug war auf einem Inlandsflug von der im Osten gelegenen Stadt Santiago de Cuba in die Hauptstadt Havanna. Augenzeugen berichteten, die Maschine habe einige abrupte Schwenks gemacht und sei dann abgestürzt. Beim Aufprall ging das Flugzeug in Flammen auf.

"In dem Flugzeug waren 61 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder, unter ihnen 40 Kubaner und 28 Ausländer", hieß im kubanischen Fernsehen. Die Leichname der Passagiere sollten zur Identifizierung ins Rechtsmedizinische Institut nach Havanna gebracht werden.

Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt

Die getöteten Ausländer kamen nach Angaben der kubanischen Luftfahrtbehörde aus elf Ländern, unter anderem aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Spanien. Nach diesen Angaben sind die deutschen Opfer eine Frau und ein Mann. Das Auswärtige Amt erklärte, ihre genaue Identität müsse noch geklärt werden.

Die Aerocaribbean-Maschine mit der Flugnummer 883 war in der Nähe des kleinen Ortes Guasimal in der Provinz Sancti Spiritus, rund 360 Kilometer östlich von Havanna, aufgeschlagen. Der Pilot hatte kurz vor dem Absturz noch einen Notruf abschicken können, danach riss der Funkkontakt ab.

Das Unglück ist eines der schwersten in der Geschichte der kubanischen Luftfahrt und geschah in einer schwer zugänglichen Bergregion in der Nähe von Kubas größtem Stausee Zaza.

Den Absturz eines zweimotorigen Flugzeugs in der pakistanischen Hafenstadt Karachi überlebte - ebenso wie auf Kuba - keiner der Insassen. Wie Parvez George von der Zivilluftfahrtbehörde sagte, starben außer den 17 Passagieren, einem Techniker und einem Wachmann am Freitagmorgen auch die beiden Piloten. Unfallursache bei dem Propellerflugzeug war der Ausfall eines Motors. Davon habe der Pilot dem Kontrollturm kurz nach dem Abheben berichtet.

Das Flugzeug sei nach dem Absturz sofort in Flammen aufgegangen. Ein Armeeoffizier, der Rettungsmaßnahmen und Bergungsarbeiten leitete, sagte, die Maschine sei völlig zerstört worden. Die Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Es sei unmöglich, das Geschlecht der Opfer festzustellen.