Flugschreiber bestätigt: Copilot löste bewusst den Sinkflug aus

22. April 2015 - 15:15 Uhr

Copilot beschleunigte Maschine mehrfach

Eine erste Auswertung des zweiten Flugschreibers hat bestätigt, dass der Copilot Andreas L. das Germanwings-Flugzeug bewusst in den Sinkflug brachte. Das teilte die französische Untersuchungsbehörde BEA mit.

Flugschreiber Foto Pressekonferenz
Die Ermitller zeigen ein Foto des beschädigten Flugschreibers.
© REUTERS, JEAN-PAUL PELISSIER

Der Autopilot sei von dem Anwesenden im Cockpit so eingestellt worden, dass die Maschine auf 100 Fuß - umgerechnet etwa 30 Meter - hinuntergeht. Während des Sinkflugs sei der Airbus zudem mehrfach beschleunigt worden. Das Flugzeug war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Unter den 150 Toten waren nach Angaben des Auswärtigen Amtes 72 Deutsche.

Eine Polizistin hatte den Datenrekorder am Donnerstag entdeckt, wie Staatsanwalt Brice Robin bestätigte. Dieser sei verschüttet und wohl dem Feuer ausgesetzt gewesen - von außen war die Box schwarz. Der Datenrekorder zeichnet auf allen Flügen etwa Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel der Maschine auf. Er speichert GPS-Daten und gibt so Auskunft über den genauen Ort eines Unglücks – auch wenn die Trümmer später weit verstreut sind.

Pilot schon wegen Stimmenrekorder unter Verdacht

Der bereits am Tag nach dem Absturz entdeckte Stimmenrekorder hatte laut Analyse der Ermittler enthüllt, dass der Copilot seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit 150 Menschen an Bord vorsätzlich zum Absturz gebracht hat.

Flugschreiber - auch Blackboxes genannt - liefern den Ermittlern wichtige Informationen zur Aufklärung von Flugunfällen. Sie bestehen aus zwei Teilen: dem Datenrekorder (Flight Data Recorder) und dem Stimmenrekorder (Cockpit Voice Recorder). Häufig ist die Blackbox in der Signalfarbe Orange gehalten. Das Gehäuse übersteht Abstürze aus großer Höhe und ist absolut wasserdicht.