Flugchaos 2018 soll sich nicht wiederholen – das plant Eurowings

14. November 2018 - 14:39 Uhr

Eurowings will keine Negativ-Schlagzeilen mehr

Verspätungen, Annullierungen und genervte Kunden: Eurowings hat dieses Jahr vor allem mit Pannen und Problemen Schlagzeilen gemacht. Das soll sich im Urlaubsjahr 2019 nicht wiederholen: Die Lufthansa-Tochter hat jetzt einen weitrechenden Maßnahmenkatalog vorgestellt, der Reisenden Hoffnung auf Besserung machen soll. Doch was ist von dem Maßnahmen wirklich zu erwarten? Unser Reiseexperte Ralf Benkö klärt auf.

Eurowings-Flüge wurden zum Geduldspiel

Die Flotte von Eurowings ist mit der Übernahme von 77 Air-Berlin-Maschinen deutlich gewachsen. Doch am Flugbetrieb ist das offenbar nicht spurlos vorbeigegangen: Vor allem im Sommer des laufenden Jahres klagten Kunden über lange Verspätungen und Flugausfälle. Besonders der Hauptflughafen Düsseldorf (DUS) war betroffen. Von hier starten auch die Direktflüge nach New York. Doch besonders die prestigeträchtige Strecke wurde zum Desaster: Verspätungen von mehr als 16 Stunden, Flugumleitungen und Pannen machten mehrere der Flüge in die und aus den Staaten für Reisende zum frustrierenden Geduldsspiel.

"Wir haben eine Menge gelernt"

Um einen weiteren Imageschaden zu vermeiden, hat die Airline jetzt bekannt gegeben, dass im kommenden Jahr alles besser werden soll. "Wir haben eine Menge gelernt", sagt dazu Eurowings-Chef Thorsten Dirks. Sechs Maßnahmen sollen jetzt umgesetzt werden, damit der Flugbetrieb demnächst glatter läuft:

1. Längere Flugzeiten - man lässt Flugzeuge auf dem Papier langsamer fliegen, damit so mehr zeitliche Reserven geschaffen werden, als wenn mit "normalen" Flugzeiten geplant würde.

2. "Wellenbrecher" - Pufferzeiten am Mittag, die für Maschinen und Crews freigehalten werden sollen, damit kleinere Verspätungswellen darin auslaufen können.

3. Abends früher landen - damit durch Verspätungen nicht so schnell das Nachtflugverbot erreicht wird und Maschinen dann Ausweichflughäfen ansteuern müssen. Dies betrifft besonders häufig Flüge nach Düsseldorf: Erreichen Maschinen den Flughafen nicht vor Mitternacht, müssen sie in Köln landen.

4. "Gekapselte" Flugzeuge - für den Inlandsverkehr zum Beispiel sollen manche Maschinen Deutschland nicht mehr verlassen, um Staus in anderen Lufträumen zu vermeiden.

5. Geparkte Flugzeuge - bleiben generell ausreichend Maschinen als mögliche Ersatzmaschinen auf dem Boden, muss man bei Ausfällen nicht aufwändig andere Airlines um Hilfe bitten.

6. Längere Ein-/Aussteigezeit - die Piloten müssen ihre Maschine nach der Landung nicht mehr ganz so schnell wieder in die Luft bringen, bekommen so weitere Zeitpuffer.

Reiseexperte Ralf Benkö schätzt Maßnahmen ein

Bei Eurowings muss sich etwas ändern – der Meinung ist auch unser Reiseexperte Ralf Benkö: "Ein Chaos wie im Sommer 2018 darf sich nicht wiederholen, sonst würde das Vertrauen der Kunden noch mehr verloren gehen." Benkö begrüßt die Maßnahmen, aber ist sich sicher, dass "auch sie einen Preis fordern werden", wenn die Airlines nicht mehr so knapp kalkulieren und damit ihre Einnahmen reduzieren. Ist der Traum vom günstigen Fliegen damit in Gefahr? Das komplette Expertenstatement sehen Sie in unserem Video.