2018 M06 19 - 18:44 Uhr

Passagiere bekommen einen Teil der Ticketkosten erstattet

Wenn ein Flug storniert werden muss, ist das meist ein Verlustgeschäft. Zwar können sich Flugreisende mit einer Reiserücktrittsversicherung absichern – die greift aber nur bei unvorhersehbaren Ereignissen wie einer Krankheit. Wenn man zum Beispiel wegen eines beruflichen Termins verhindert ist, zahlt die Versicherung nicht.

Bis vor Kurzem konnte man in dem Fall trotzdem noch 100 Prozent des Ticketpreises zurückbekommen. Doch diese Zeiten sind jetzt vorbei: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass sich Passagiere nur den Teil der Ticketkosten erstatten lassen können, der auf Steuern (Luftverkehrsteuer) und Gebühren (z.B. Lufthafensicherheitsgebühr) beruht.

Keine Geld-zurück-Garantie – die Schikanen der Billigairlines

Bei Lufthansa und Eurowings klappt das reibungslos. Beide Fluggesellschaften listen ihre Steuern und Gebühren vergleichsweise transparent auf. Kunden können die Erstattung ganz einfach per E-Mail, Fax oder Telefon einfordern. Anders sieht es bei einigen ausländischen Billigairlines aus: Sie dröseln den Ticketpreis nicht genau auf. Und wer nicht weiß, wie viele Steuern und Gebühren er gezahlt hat, weiß auch nicht, was er zurückfordern soll.

Eine weitere Schikane: die Bearbeitungsgebühr. Die ist zwar eigentlich nicht erlaubt, das stört günstige Fluggesellschaften aber selten. Zum Beispiel müssen Kunden der ungarischen Airline Wizz Air bei Rückerstattung bis zu 80 Euro für die Stornierung zahlen.

Unser Rat: Wehren Sie sich in jedem Fall

Egal, ob sie den Flug über einen Vermittler wie Fluege.de oder bei der Fluggesellschaft gebucht haben, machen Sie Ihren Anspruch direkt bei der Airline geltend. Nutzen Sie dafür am besten den Musterbrief der Verbraucherzentrale.

Bei Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet stoßen Sie dabei aber häufig auf Widerstand. Lassen Sie trotzdem nicht locker! Fordern Sie die Erstattung von Steuern und Gebühren schriftlich ein. Danach können Sie einen Anwalt einschalten. Falls Sie Recht bekommen, muss die Fluggesellschaft die Kosten übernehmen.

Übrigens: Erstattungsansprüche verjähren erst nach drei Jahren. Schneller als mit einem Anwalt geht's mit dem Stornodienstleister Geld-fuer-flug.de. Der Fluggast verkauft seinen Anspruch an den Dienst. Dafür bekommt er zwar nicht 100 Prozent der Steuern und Gebühren wieder, aber zumindest einen Teil. Geld-fuer-flug.de geht anschließend mit seinen Anwälten gegen die Airline vor und fordert die volle Summe Steuern und Gebühren ein – notfalls auf dem Gerichtsweg.

Ihr Flug hat Verspätung? Das sind Ihre Rechte!

Sie sind pünktlich am Flughafen und dann das: der Flieger ist nicht da oder steht noch nicht zum Boarding bereit. Das ist besonders ärgerlich, wenn Sie noch einen Anschlussflug erwischen müssen. Denn schon eine geringe Verspätung kann erhebliche Verzögerungen bedeuten. In der Regel gilt: Ab einer Flugverspätung von mindestens drei Stunden dürfen Sie eine Entschädigung verlangen. Je nachdem, wie weit Ihre Flugdistanz ist, bekommen Sie bis zu 600 Euro zurück. Für Strecken bis 1.500 km gibt's 250 Euro, ab 1.500 km 400 Euro und für Langstreckenflüge über 3.500 km werden 600 Euro zurückerstattet.