Flug-Debakel bei Angela Merkel: Darum musste die Kanzlerin die G20-Anreise abbrechen

Ursache der Flug-Panne unklar

Eigentlich sollte Angela Merkel am Donnerstag gegen 21 Uhr in der Luft sein – auf dem Weg zum G20-Gipfel im argentinischen Buenos Aires. Stattdessen ist sie festgesetzt in ihrem eigenen Flugzeug: 70 Minuten muss sie beim ungeplanten Stopp am Kölner Flughafen warten, bis sie die Maschine verlassen darf. Vorher wird geprüft ob die Maschine irgendwelche Schäden hat. Innenminister Horst Seehofer wird noch am Abend über den Vorfall informiert. "Zuerst fährt einem da einmal der Schreck in die Glieder. Und wenn man dann mitbekommt, dass es gut zurück ging nach Köln, ist man erleichtert", sagt er am Rande der Innenministerkonferenz in Magdeburg.

Was ein Flugfahrtexperte über die Flug-Panne sagt, sehen Sie im Video.

Luftwaffe schließt Sabotage aus

Unmittelbar nach der Landung in Köln soll Kanzlerin Angela Merkel mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen telefoniert haben. Die Regierungsflugzeuge werden durch ihr Ministerium bereitgestellt.

Zunächst wird über die Ursachen spekuliert. Die "Rheinischen Post" berichtete über verschiedene Ermittlungen. Aus Sicherheitskreisen will die Zeitung erfahren haben, dass der Fall "kriminalistisch" aufgearbeitet wird. Ein Luftwaffensprecher konnte das am Freitagmorgen aber nicht bestätigen. "Es gibt überhaupt keinen Hinweis auf einen kriminellen Hintergrund", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Plötzlich funktioniert die Funkanlage nicht mehr

29.11.2018, Nordrhein-Westfalen, Köln: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlässt mit einem Regenschirm in der Hand auf dem Rollfeld des Flughafens in Köln den Kanzler-Airbus «Konrad Adenauer». Wegen eines technischen Defekts am Flugzeug hat Merkel
Merkel muss Flug zum G20 Gipfel abbrechen
fdt, dpa, Jörg Blank

Grund für die Zwischenlandung war eine nicht funktionierende Funkanlage. Die Luftwaffe geht mittlerweile davon aus, dass es sich um einen Fehler in einer elektronischen Verteilerbox handle. RTL-Reporter Christian Wilp war mit an Bord der defekten Maschine. "Die Bundeskanzlerin wurde gut eine Stunde nach dem Start, während eines Hintergrundgesprächs mit Journalisten und rund zehn Kilometer über Amsterdam, zum Flugkapitän gebeten." Wie Angela Merkel darauf reagierte berichtet unser RTL-Reporter im Video.

Anschließend wurde die Delegation in einem Bonner Hotel untergebracht. Zum Abendessen gab es wohl lediglich Brötchen und ein paar Getränke – bevor die kurze Nacht begann.

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G20-Gipfel beginnt ohne Kanzlerin Merkel

Die Weiterreise gestaltete sich etwas komplizierter. Zusammen mit Personenschützern und selbst einer nur kleinen Delegation, wird Platz für mehr als ein Dutzend Personen gebraucht. Mit einer kleinen Regierungsmaschine wurde Angela Merkel gegen 4 Uhr zuerst nach Madrid geflogen.

Von hier aus nimmt sie einen normalen Linienflug der Fluggesellschaft Iberia nach Argentinien. Damit schafft es die Kanzlerin aber nicht pünktlich zum Gipfelstart nach Buenos Aires. Erst zum Abendprogramm wird sie nun erwartet. Gespräche mit US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping musste Angela Merkel absagen. Ob und wann diese nachgeholt werden können ist unklar. Der G20-Gipfel soll noch bis Samstag dauern. Durch den Defekt verpasst Merkel auch das traditionelle G20-"Familienfoto".