Flüchtlingsunterkunft für Kinder brennt in der Silvesternacht

In Ruppertshofen ist in der Silvesternacht in einer Flüchtlingsunterkunft für Kinder ein Feuer ausgebrochen.
© dpa, Marijan Murat

06. Januar 2016 - 11:14 Uhr

Die Kriminalpolizei ermittelt

In einer Flüchtlingsunterkunft für Kinder und Jugendliche in Ruppertshofen (Baden-Württemberg) hat es am frühen Neujahrsmorgen gebrannt. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. Die zehn Bewohner im Alter zwischen 15 und 18 Jahren sowie ein Betreuer seien alle mit dem Schrecken davongekommen, teilte die Polizei mit. Die Brandursache ist noch völlig unklar. Nach der Auswertung erster Spuren deute jedoch nichts auf Brandstiftung hin.

Das durch den Brand stark beschädigte Gebäude dient als Unterbringung für zehn alleinreisende Flüchtlinge, die nicht volljährig sind. Gegen 3.30 Uhr hatte ein Betreuer den Brand entdeckt. Er weckte die Jugendlichen, wählte den Notruf und brachte sich und die Bewohner in Sicherheit.

Das als Garagenbrand gemeldete Feuer griff den Angaben zufolge schnell auf einen Anbau über, in dem sich die Schlaf- und Aufenthaltsräume befinden. Bevor die Feuerwehr die Flammen gelöscht hatte, war ein Teil des Dachstuhles weitgehend abgebrannt. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Die Feuerwehr rückte mit knapp 150 Kräften an und löschte die Flammen. Laut Polizei entstand am Gebäude ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro. Die Räume für die Flüchtlingsunterbringung waren den Angaben nach erst vor wenigen Wochen durch die Gemeinde angemietet worden. Ob das Gebäude für diesen Zweck weiter verwendet werden kann, sei noch nicht klar.

Ein ortsansässiger Verein für Jugendhilfe habe sich um Quartiere für die zehn Jugendlichen gekümmert. Die Unterbringung von alleinreisenden, minderjährigen Flüchtlingen sei in der Gemeinde auf große Zustimmung gestoßen, sagte Bürgermeister Peter Kühnl bei einem Besuch am Brandort. Gegen die Unterkunft habe es überhaupt keinen Widerstand in der Bevölkerung gegeben. "Wir sind hier in Ruppertshofen auf geradezu ideale Bedingungen für die Betreuung dieser Jugendlichen getroffen", sagte der Politiker.