Flüchtlingsrouten: Rumänien im Fokus von Schleusern

Die Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei wird stärker bewacht - dadurch rücken andere Länder in den Fokus.
© dpa, Vassil Donev, vd ss jai

22. August 2017 - 12:21 Uhr

Rumänien könnte zum Transitland werden

Bulgarien will im Kampf gegen illegale Migration den Schutz seiner Grenze zur Türkei massiv ausbauen. "Zur Stärkung unseres Grenzschutzes werden wir künftig verstärkt das Militär einsetzen", sagte der bulgarische Verteidigungsminister und Vizeregierungschef Krassimir Karakatschanow der 'Welt'. Insgesamt sollen demnach bis zu 600 Soldaten eingesetzt werden. Menschenschmuggler könnten dadurch verstärkt auf alternativen Routen schmuggeln. Insbesondere Rumänien würde dadurch zum Transitland werden. Das berichtet 'Spiegel Online'.

Bulgarien schützt Grenze mit Stacheldrahtzaun und Soldaten

ARCHIV - Zwei Beamte der europäischen Grenzschutzagentur Frontex aus Bulgarien (l) und den Niederlanden beobachten am 07.10.2016 mit Ferngläsern die bulgarisch-türkische Grenze nahe dem Grenzübergang Kapitan Andreevo (Bulgarien). (zu dpa «Bulgarien s
Die Zahl der Migranten, die illegal von der Türkei nach Bulgarien gelangten, ist stark geschrumpft. Offenbar konzentrieren sich die Schmuggler auf alternative Routen.
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Die bulgarisch-türkische Grenze solle in fünf Zonen eingeteilt werden, sagte Karakatschanow. "In jede dieser Zonen werden wir jeweils eine bewaffnete Truppe in Kompaniestärke schicken, die den entsprechenden Grenzabschnitt bewachen soll." Auch hoch spezialisierte Kampftruppen sollen dabei sein. Karakatschanow gehört zum nationalistischen Koalitionspartner Vereinigte Patrioten.


Die 259 Kilometer lange bulgarische EU-Außengrenze zur Türkei wird durch Zäune mit Stacheldraht geschützt. In Bulgarien sind auch Beamte der europäischen Grenzschutzagentur 'Frontex' eingesetzt.

Zahl der aufgegriffenen Flüchtlinge in Rumänien hat sich verdreifacht

In diesem Jahr ist die Zahl der Migranten, die illegal von der Türkei nach Bulgarien gelangten, stark geschrumpft. Im ersten Halbjahr 2017 wurden nach Angaben des bulgarischen Innenministeriums lediglich 1.461 Menschen wegen illegalen Grenzübertritts festgehalten.


Dafür wächst jedoch der Menschenschmuggel auf anderen Routen - inbesondere verlaufen sie durch Albanien, den Kosovo, Monenegro und vor allem Rumänien. 'Spiegel Online' berichtet, dass sich die Zahl der aufgegriffenen Flüchtlinge in dem südosteuropäischen Land im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht habe.