Flüchtlingsjunge Mohamed (4) ist tot - Mutter des Täters half der Polizei

26. Juli 2016 - 20:07 Uhr

Kinderleiche lag im Kofferraum des Verdächtigen

Es gibt keine Hoffnung mehr, der in Berlin vermisste Flüchtlingsjunge Mohamed ist tot. Das teilten Fahnder mit. Die Leiche wird noch obduziert, es scheint aber sicher, dass es sich bei dem entdeckten toten Kind um den Jungen handelt. Dies legten auch die Angaben des Tatverdächtigen nahe, den die Polizei festgenommen hat. Vermutlich sei der 32-jährige Verdächtige ein Einzeltäter. Wie der Junge ums Leben kam, war noch nicht bekannt. Das Kind sei nicht heute oder gestern getötet worden, vermutlich liege der Todeszeitpunkt bereits einige Zeit zurück. Der Leichnam des Kindes wurde im Auto des Mannes gefunden, er lag im Kofferraum und war mit Katzenstreu bedeckt.

Hinweise aus der Familie hatten die Polizei auf die Spur des Tatverdächtigen geführt. Die Mutter des 32-Jährigen habe sich bei der Polizei gemeldet und berichtet, dass ihr Sohn ihr die Tat gestanden habe, sagte der Leiter der Sonderkommission, Winfried Wenzel. Geprüft wird auch, ob es einen Zusammenhang mit dem in Potsdam vermissten Jungen Elias gibt, der seit Juli verschwunden ist.

Mohamed war Anfang Oktober mit seiner Mutter und Geschwistern an einer Sammelstelle für Flüchtlinge im Zentrum Berlins gewesen, als er verschwand. Die Familie stammt aus Bosnien-Herzegowina und lebt Medienberichten zufolge seit zwei Jahren in Deutschland.

Kameras hatten gefilmt, wie Mohamed an der Hand eines Mannes von dem Gelände des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) weggeführt wurde. Das Lageso ist die zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge in der Hauptstadt.

"Wer den Mann kennt, der erkennt ihn auch auf den Bildern"

Festnahme im Entführungs- und Mordfall Mohamed - ist es der Täter?
Polizeisprecher Stefan Redlich, Oberstaatsanwalt Michael von Hagen und Winfried Wenzel vom Landeskriminalamt (von links) erläutern der Öffentlichkeit bei einer Pressekonferenz in Berlin Einzelheiten zum Tod des Flüchtlingsjungen Mohamed.
© dpa, Bernd Von Jutrczenka

Die Polizei hatte mit Videofilmen und Fotos nach dem Mann gefahndet und Anwohner befragt. 350 Hinweise gingen bis Donnerstagmorgen ein. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise auf den Täter ausgesetzt. Weitere 10.000 Euro kamen von zwei Privatleuten.

Die Polizei hatte ihre Fahndung in den vergangenen Tagen noch einmal verstärkt. Sie veröffentlichte neue hochauflösende Bilder. Am Dienstag befragten Dutzende Polizisten bis zum späten Abend Bewohner und Passanten rund um das Lageso in Berlin-Moabit. "Wer den Mann kennt, der erkennt ihn auch auf den Bildern", sagte ein Sprecher zu den zuletzt veröffentlichten Fotos.