Vor Freude sangen sie "Bella Ciao"

Flüchtlinge von der "Open Arms" nun in Italien

© REUTERS, GUGLIELMO MANGIAPANE, LIM

21. August 2019 - 8:20 Uhr

"Open Arms" soll beschlagnahmt werden

Nach knapp dreiwöchiger Blockade auf dem Mittelmeer hat das Rettungsschiff "Open Arms" mit mehr als 80 Migranten an Bord nun doch in Italien anlegen dürfen. Aktivisten bejubelten in der Nacht zu Mittwoch die Ankunft im Hafen der Insel Lampedusa.

Salvini verkündet Entscheidung auf Facebook

Nach 19 Tagen "in Gefangenschaft auf dem Deck eines Schiffes" dürften nun alle Migranten an Bord an Land, twitterte die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms und zeigte in einem Video, wie sich die Menschen freuten, Fäuste in die Luft reckten, in den Armen lagen und ausgelassen "Bella Ciao" sangen.

Allerdings gab es bei der Ankunft auch Missklänge. Eine kleine Gruppe von Menschen, unter anderem die Senatorin Angela Maraventano von der rechten Lega, protestierte gegen die Migranten und behauptete, diese würden "dem Image der Insel schaden", berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Zuvor hatte die sizilianische Staatsanwaltschaft nach dem verzweifelten Sprung mehrerer Migranten ins Meer die Anlandung angeordnet. Das Schiff sollte danach beschlagnahmt werden. Der Staatsanwalt von Agrigent, Luigi Patronaggio, habe die vorläufige Beschlagnahme und die Anlandung nach einem Besuch auf dem Schiff angeordnet, berichteten italienische Nachrichtenagenturen. Grund seien auch die hygienischen Zustände an Bord und der Zustand der Menschen.