Neue Eskalation im Türkei-EU-Konflikt?

Schüsse und Toter an griechischer Grenze? Türkei berichtet, Athen dementiert

05. März 2020 - 9:24 Uhr

Türkei und Griechenland: Widersprüchliche Angaben zu Schüssen

Türkische Berichte über einen toten Migranten und mehrere Verletzte durch Schüsse griechischer Grenzschützer haben eine neue Kontroverse zwischen Athen und Ankara ausgelöst. Athen dementierte entschieden.

Griechische Regierung: "Die fake news haben kein Ende"

"Wo sie vorher von Verletzten sprachen, reden sie nun von Toten. Die fake news haben kein Ende, es gibt keinen solchen Vorfall mit Schüssen von griechischen Beamten", sagte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Athen. Auch Augenzeugen berichteten von Schüssen im griechisch-türkischen Grenzgebiet. Türkische Behörden empfingen RTL-Reporterin Kaviat Sharma in einem grenznahen Krankenhaus. Ihr wurde ein Verletzter vorgeführt und ein Foto der Kugel gezeigt, die den Patienten verletzt haben soll. Es sei allerdings nicht möglich, dies zu verifizieren, so die RTL-Reporterin.

In einer Mitteilung des Gouverneursamts der türkischen Grenzprovinz Edirne hieß es, dass durch Schüsse griechischer Grenzbeamter ein Migrant getötet und fünf weitere verletzt worden seien. Es handele sich bei den Opfern um Männer, zu ihrer Identität gebe es noch keine weiteren Informationen. Der Getötete weise einen Einschuss an der Brust auf. Die Oberstaatsanwaltschaft in Edirne habe Ermittlungen eingeleitet.

Hartes Vorgehen der griechischen Sicherheitskräfte

Griechenland sichert die EU-Außengrenze mit Härte. Sicherheitskräfte setzten mehrfach Blendgranaten und Tränengas ein, um Menschen zurückzudrängen. Menschenrechtler und Migrationsforscher kritisieren das Vorgehen scharf.

Der griechische Sender Skai berichtete, auf der türkischen Seite warteten rund 12.500 Menschen auf die Möglichkeit, die Grenze zu überwinden. Fernsehbilder zeigten von der griechischen Seite aus, wie hinter dem Grenzzaun am Übergang Kastanies Hunderte Menschen ein Durchkommen suchten.

Die griechische Polizei setzte Tränengas ein, auch von türkischer Seite wurden Berichten zufolge solche Geschosse über den Grenzzaun gefeuert. Nach Angaben griechischer Sicherheitskräfte sollen auch Migranten auf der türkischen Seite mit Tränengas ausgestattet sein.


Quelle: DPA/RTL.de