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Flucht vor dem Bürgerkrieg: Das traurige Schicksal der Flüchtlinge

Flucht vor dem Bürgerkrieg: Das traurige Schicksal der Flüchtlinge

"Ich will gerne nach Deutschland"

Wenn Politiker über die Lage von Menschen reden, dann geht es fast immer um große Zahlen und Strategien. Doch dahinter stehen Schicksale - Menschen, die ihre Heimat verloren haben und jetzt durch Europa zu uns reisen, auf der Suche nach einer sicheren Zukunft. Wir haben einige von ihnen begleitet.

Abdal Ruhman war vier Jahre gefangen in Syrien, wurde gefoltert und ist zu Fuß nach Mailand geflohen. "Ich will gerne nach Deutschland, aber ich habe Angst, dass die Polizei in den Zug kommt, meine Fingerabdrücke nimmt oder mich fotografiert und nach Italien zurückschickt. Ich will auf jeden Fall über die Grenze", erzählt er.

Dabei müsste er, so wie alle Flüchtlinge, die über Italien einreisen, nach EU-Recht eigentlich auch dort Asyl beantragen. Doch das wollen die wenigsten. "99 Prozent dieser Flüchtlinge wollen kein Asyl in Italien beantragen. Sie haben meist Familienangehörige in anderen Ländern wie Deutschland. Sie wollen sich nicht registrieren lassen und irgendwie über die Grenze kommen", erklärt Caterina Sarfatti, Sprecherin der Stadt Mailand.

Schlepper kassieren für Fluchthilfe

Und Italien lässt die Flüchtlinge oft gewähren. Manche nehmen den Zug über Frankreich, um vom Westen nach Deutschland einzureisen, da dort offenbar weniger kontrolliert wird. Viele versuchen es mit Schleppern, zahlen für die illegale Autofahrt bis zu 1.000 Euro. Und es gibt den Weg über Innsbruck nach München, ebenfalls mit dem Zug.

So haben es auch ein paar diese Flüchtlinge aus Eritrea versucht. Doch in Innsbruck ist Schluss. Die österreichische Polizei hat die Gruppe aufgegriffen. Die Polizei überprüft die Dokumente der Flüchtlinge. Nur wenige Stunden später bringt sie die illegal eingereisten Migranten zurück nach Italien.

Bereits 4.000 Flüchtlingen erging es dieses Jahr so. Am Mailänder Bahnhof beginnt das Spiel dann oft von vorne. Diese Gruppe von Syrern will Italien jetzt mit dem Zug über Frankreich verlassen.