18-Jährige flüchtet vor der eigenen Familie

Flucht mit Happy End: Wie Twitter Rahaf das Leben rettete

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12. Januar 2019 - 12:02 Uhr

Rahaf bekommt Asyl in Kanada

"Lass dir von niemandem die Flügel brechen, du bist frei. Kämpfe und erhalte deine Rechte!" Das schreibt Rahaf Mohammed aus Saudi-Arabien auf ihrem Twitter-Profil. Die 18-Jährige hatte sich vom Islam losgesagt und sei daraufhin mit dem Tode bedroht worden. Daraufhin flüchtete sie aus ihrem Land und strandete zwischenzeitlich in Thailand. Jetzt scheint die Flucht der jungen Frau vor der eigenen Familie ein glückliches Ende zu finden.

Fall hatte weltweit Aufsehen erregt

Rahaf bekommt von Kanada Asyl gewährt. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sagte, mit der Aufnahme komme sein Land einer Bitte des UN-Flüchtlingshilfswerks nach. Inzwischen hat sie auch ihr Twitter-Konto wieder aktiviert, das sie nach Beschimpfungen und Drohungen zwischenzeitlich abgestellt hatte: Neue Fotos zeigen, wie sie im Flugzeug sitzt. In der Hand hält sie ihren saudischen Pass.

Der Fall der 18-Jährigen hatte weltweit Aufsehen erregt. Die Teenagerin hatte sich bei einem Aufenthalt in Kuwait von ihrer Familie abgesetzt. Angeblich wurde sie von männlichen Verwandten schikaniert und mit dem Tod bedroht. Eigentlich wollte sie nach Australien. Auf dem Weg dorthin landete sie in Bangkok, wo ihr die Behörden auf Bitten Saudi-Arabiens zunächst jedoch die Weiterreise verweigerten.

Mit einer beispiellosen Kampagne über Twitter gelang es ihr, dies zu verhindern. Die Vereinten Nationen wurden auf sie aufmerksam und nutzten die Gelegenheit, um an das Schicksal vieler anderer zu erinnern, die bei der Flucht aus politischen, wirtschaftlichen oder sonstigen Gründen scheitern.