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Florida: Familie wird vier Dollar Entschädigung zugesprochen

Florida: Polizist erschießt Schwarzen - Familie wird vier Dollar Entschädigung zugesprochen

Vier Dollar für ein Leben

Ein Polizist erschießt im US-Staat Florida einen Schwarzen. Als seine Familie dagegen klagt, wird ihr eine Entschädigung in Höhe von vier Dollar zugesprochen. Nicht einmal diesen geringen Betrag sollte sie letztlich erhalten.

Mann hatte angeblich eine Waffe in der Hand – also schoss die Polizei und tötete ihn

Gregory Hill mit seinen drei Kindern
Gregory Hill mit seinen Kindern
Privat

Als eine Mutter an jenem Nachmittag im Januar 2014 in Fort Pierce ihr Kind von der Grundschule abholen will, hört sie aus dem Haus gegenüber nicht jugendfreie Rap-Musik. Sie ruft die Polizei. Der Mann, der darin lebt, soll wenige Minuten später in seiner Garage erschossen werden.

Das Geschehen soll sich folgendermaßen abgespielt haben: Zwei Polizisten trafen an der Garage ein und klopften. Ihren Angaben zufolge öffnete Hill mit einer Waffe in der Hand. Als der 30-Jährige die Tür vor der Nase der Polizisten wieder schloss, feuerte einer der Beamten viermal in die Tür. Eine Kugel traf Hill im Bauch, eine weitere im Kopf. Da die Polizisten nicht erkannten, dass der Mann bereits tot war, riefen sie die Spezialeinheit SWAT. Diese Kollegen stürmten das Haus, traten die Türe ein, schnitten die Garagentür auf und setzten Tränengas ein – so berichtet es die 'CNN'. Andere Medien berichten, dass in der Gesäßtasche des Mannes eine Waffe gefunden wurde.

Tochter beobachtete den Einsatz von einer Parkbank gegenüber

Erinnerungen aus dem familiären Fotoalbum: Gregory Hill
Erinnerungen aus dem familiären Fotoalbum: Gregory Hill
Privat

Bei der Verhandlung wurden laut 'CNN' 30 Zeugen verhört. Eine davon war die 13-jährige Tochter des Opfers, die den Einsatz der Polizei auf der gegenüberliegenden Parkbank der Schule beobachtet hatte. Sie sagte aus, die Hände ihres Vaters waren leer, als er die Tür öffnete. Außerdem sei laut Anwalt der Familie unklar, wie die Waffe in die hintere Jeanstasche gelangte. Die erste Kugel, die den Mann traf, machte ihn bewegungsunfähig. An der Waffe befanden sich keine Blutspuren.

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1 Dollar für die Beerdigung, drei weitere je Kind – am Ende geht die Familie komplett leer aus

Die Mutter des Verstorbenen verklagte die Polizei und forderte laut 'CBS' eine Summe zwischen 500.000 und einer Million Dollar. Die Jury entschied allerdings, dass der Mann zu 99 Prozent schuld an seinem Tod habe und versprach der Familie des Opfers vier Dollar: Einen Dollar für die Beerdigung, für die seine Familie eigentlich 11.000 Dollar einklagte, und einen Dollar je Kind des Mannes. Dieses Geld soll eine finanzielle Entschädigung für den Verlust der elterlichen Fürsorge und den seelischen Schmerz sein.

Da demnach ein Prozent der Schuld bei der Polizei liege, wurde die Summe sogar noch auf vier Cent reduziert. Da aber der erschossene Mann zu dem Zeitpunkt betrunken war, bekam die Familie am Ende gar nichts. Der Anwalt der Familie will jetzt einen Antrag für ein neues Verfahren stellen.