Kaltblütiges Verbrechen in Florida

Mutter stößt autistischen Jungen (9) in Teich und lässt ihn ertrinken

29. Mai 2020 - 9:40 Uhr

Bei ersten Mal konnte er noch gerettet werden

Der kleine Alejandro ist tot. Ertrunken. Seine eigene Mutter hat ihn ertrinken lassen, Patrica Ripley hat den neunjährigen Jungen in einen Teich gestoßen. Ein kaltblütiges Verbrechen an einem wehrlosen Kind, der Junge ist autistisch. Und er kann nicht sprechen, sonst hätte er vielleicht erzählen können, dass seine Mutter kurz vorher schon einmal versucht hat, ihn auf diese Weise zu töten. Die entsetzliche Tat ereignete sich in West Kandell bei Miami im US-Bundesstaat Florida. "Wir lieben Alejandro", sagt sein Vater. "Es ist nicht real." Mehr dazu in unserem Video.

Lügenmärchen von einer angeblichen Entführung

This photo provided by Miami-Dade Corrections and Rehabilitation shows Patricia Ripley. Officials say Ripley faked her son's abduction and instead led him to the canal where he drowned. Court records show 45-year-old Patricia Ripley is facing a first
Patricia Ripley hat ihren Sohn ermordet.
© MIAMI-DADE POLICE DEPARTMENT

Das Drama beginnt am Donnerstag vergangener Woche. Die 45-Jährige schubst ihren Sohn in einen Kanal, dann läuft sie weg und ruft scheinheilig um Hilfe, wie Videoaufnahmen zeigen. Hilfsbreite Menschen retten das Kind aus dem Wasser. Später weiß man, es ist nur ein kurzer Aufschub.

Etwa eine Stunde später führt die Frau Alejandro zum Teich einer Golfanlage, stößt ihn dort ins Wasser. Sie lässt ihren Sohn einfach ertrinken. Dann fährt sie zur Polizei, tischt dort ein bizarres Lügenmärchen auf: Ein Auto mit zwei schwarzen Männern habe neben ihr gebremst, ein Bewaffneter sei herausgesprungen und habe Drogen von ihr gefordert. Weil sie ihm nichts geben konnte, habe er ihr Handy und ein Tablet gestohlen und das Kind mitgenommen.

"Er war ein guter Junge und hat nicht verdient"

Mordopfer Alejandro
Alejandro wurde nur neun Jahre alt.
© MIAMI-DADE POLICE DEPARTMENT

Die Polizei löst Alarm aus, startet eine Fahndung nach dem Kleinen. Der längst tot ist, ertrunken in jenem Golfteich, wie die Obduktion später ergeben wird. Die Ermittler sind misstrauisch. Während des Verhörs verwickelt sich Ripley immer wieder in Widersprüche, gesteht schließlich das Verbrechen. Sie wird festgenommen und angeklagt wegen Mordes.

Das Motiv der Frau ist unklar. US-Medien spekulieren, sie könne mit der Erziehung und Pflege des kranken Jungen überfordert gewesen sein. Der Neunjährige trug Windeln, als seine Leiche gefunden wird. Nachbarn reagieren entsetzt auf die Nachricht seines Todes. Alejandro sei ein fröhliches Kind gewesen, sagt eine Frau. "Er war ein guter Junge und hat nicht verdient, was ihm widerfahren ist."