Fleischlos im Trend: Lebt es sich vegan gesünder?

1. Juli 2014 - 11:41 Uhr

700.000 Deutsche leben vegan

Noch nie haben Menschen so viel Fleisch gegessen wie in diesen Zeiten. Bei uns in Deutschland sind es im Durchschnitt 60 Kilo pro Kopf und Jahr, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Lebensmittelskandale und erschütternde Bilder über Massentierhaltung aber hinterlassen offenbar doch ihre Spuren: Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, Vegetarier zu werden. Sieben Millionen sind es inzwischen. Geschätzte 700.000 Deutsche verzichten sogar ganz auf tierische Produkte und leben vegan.

Wer ohne Fleisch und Fisch, Milch und Eier oder sogar Leder lebt, hat es im Alltag nicht leicht. Aber das ändert sich langsam. In einem Frankfurter Supermarkt mit ausschließlich veganen Produkten gibt es allein 77 Käsesorten – alles rein pflanzlich. Verwirrend, wenn Leberkäs oder gar Ente drauf steht, aber Soja drin steckt.

Für das Klima, für die Gesundheit und gegen Massentierhaltung – Gründe umzudenken gibt es genügend. Aber schmecken soll es. So wie im Leipziger Imbiss 'deli'. Handgemachtes veganes Fast-Food überzeugt immer mehr Gäste. "Ich habe immer gedacht, dass man da sehr eingeschränkt ist, aber es hat sich herausgestellt, dass das gar nicht so ist", sagt ein Gast.

Vegan-Koch wird zum Shootingstar

Ein zu hoher Cholesterinspiegel beendete das Leben von Attila Hildmanns Vater. Das war vor zwölf Jahren und der Auslöser, warum der heutige Shootingstar der veganen Küche sein Leben umkrempelte. Aus wabbligem Tofu eine Spitzen-Bolognese zaubern - das hat er drauf.

"Ich möchte den Leuten das einfach schmackhaft machen, ohne das ideologische Drumherum, denn niemand muss 100% vegan sein, niemand muss auf alles verzichten. Man kann zum Beispiel mit einem Tag vegan in der Woche anfangen", sagt er.

Und das scheint anzukommen, seine Bücher sind der Renner - auch ein Zeichen für eine Gesellschaft im kulinarischen Wandel.