Streich oder Unfall in Oberbayern?

Spielende Kinder sollen 12.000 Forellen getötet haben - Fischzüchter bangt um Existenz!

Sind spielende Kinder am Fischsterben schuld?
Sind spielende Kinder am Fischsterben schuld?
© Polizei Murnau

22. Oktober 2021 - 10:37 Uhr

Fisch-Drama im oberbayerischen Großweil

Fischzüchter Michael Thalmayer steht unter Schock! 12.000 Forellen und Saiblinge schwimmen tot in den beiden Teichen seines Betriebs "Loisachtal Forellenzucht". Dahinter steckt offenbar ein übler Kinderstreich.

Fischzüchter muss um seine Existenz fürchten

Michael Thalmayer ging am Montag gegen 9 Uhr zu den beiden Teichen, um seine Fische zu füttern und die Anlage zu kontrollieren. Doch dann der Schock: Die Fische in den Teichen schwammen tot im Wasser. "Da bricht erst mal eine Welt zusammen", sagt der Züchter, der sich um den Familienbetrieb mit Sitz in Bad Heilbrunn kümmert.

Die Polizei vermutet, dass die 12.000 Forellen und Saiblinge erstickt sind. Der Grund dafür soll ein etwa 50 Meter von den Teichen entfernter selbst gebauter Staudamm sein. Normalerweise läuft über eine Hochwasser-Überlaufrinne frisches Wasser zu den Teichen, die die Fische mit überlebenswichtigem Sauerstoff versorgt, berichtet "Merkur". Dieser Wasserzulauf war durch den Staudamm blockiert, das Wasser nahm einen anderen Weg. Fatal!

Kinder sollen Staudamm gebaut haben

Wie Thalmayer erzählt, habe er vor rund zwei Wochen Kinder entdeckt, die dort einen Staudamm gebaut hätten. Daraufhin habe er sie über die Gefahren aufgeklärt und alles entfernt. Kurz darauf stand der Staudamm wieder da!

Der Schaden sei enorm. Thalmayer beziffert diesen auf etwa 15.000 Euro und erstattete Anzeige. Er habe "viel Arbeit und Herzblut" in die Zucht investiert, heißt es. Jetzt hofft er, dass sich die Verursacher bei der Polizei melden.

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Der Bürgermeister glaubt aber nicht, dass die Kinder das mit Absicht getan hätten. "Ich gehe davon aus, dass sie einfach gespielt haben und glaube nicht, dass das eine böswillige Sache war", sagt er dem "Merkur." Er bittet nun die Eltern, mit ihren Kindern zu sprechen und sie über den Vorfall aufzuklären.

Auch die Polizei äußerte sich nach dem Vorfall: "Es ist wichtig, Kinder darauf hinzuweisen, dass so etwas brandgefährlich für die Tiere ist", sagte eine Sprecherin. Diese seien letztlich qualvoll verendet. (mor)