"Der Meeresgrund war übersät mit toten Fischen, Seesternen, Krebsen und anderen Organismen"

Fische sterben, weil der Wind aus südwestlicher Richtung kam

Spaziergänger am Strand von Eckernförde
© dpa, A2108 Wulf Pfeiffer

17. September 2020 - 9:32 Uhr

Herbststürme sind schuld

Die ersten kräftigen Herbststürme aus südwestlicher Richtung haben am Wochenende das sauerstoffreiche Oberflächenwasser aus der Eckernförder Bucht ins offene Meer getrieben. Zurückgeblieben ist das sauerstoffarme Tiefenwasser, welches nach oben gespült wurde und somit verantwortlich für ein großes Fischesterben an der schleswig-holsteinischen Küste gewesen ist. Viele Tiere wie Krebse, Fische, Seesterne und andere Organismen seien schlichtweg unter Wasser erstickt, heißt es in der Eckernförder Zeitung. Die Meeresbiologin Bettina Bandomir sei erschüttert über die Lage in der Eckernförder Bucht gewesen: "Der Meeresgrund war übersät  mit toten Fischen, Seesternen, Krebsen und anderen Organismen."

Nur 3 Prozent Sauerstoffsättigung

Am Sonntagnachmittag seien die Werte in der Ostsee vor Eckernförde so schlecht gewesen, dass die Sauerstoffsättigung in den Tiefen von zwei bis fünf Metern gerade einmal drei Prozent betragen haben soll. Für die meisten Tiere bedeutet das der Tod. Der Ursprung dieses Problems liegt allerdings nicht nur in der momentanen Wetterlage. Starke Eutrophierung – also die unerwünschte Zunahme an Nährstoffen und das damit verbundene schädliche Pflanzenwachstum in Gewässern – ausgelöst durch Einträge aus der Landwirtschaft. Vor allem Stickstoff und Phosphor, Kläranlagen, Zuflüsse, der Straßenverkehr und die Luft beeinträchtigen unsere Gewässer im Norden. Die hohe Menge an Nährstoffen in der Ostsee fördert die Algenblüte, bei deren Zersetzung viel Sauerstoff verbraucht wird und dieser fehlt dann letztendlich den Meerestieren, erzählt Bettina Bandomir der Eckernförder Zeitung.

Jetzt hofft die Meeresbiologin, dass der Wind schnell dreht und aus Nordwest kommt. Für die Fische würde das frisches und sauerstoffreiches Wasser bedeuten.