Funkgerät könnte sonst für immer Zertört werden

Firma will "Stimme der Titanic" bergen - jetzt muss ein Gericht entscheiden

03. März 2020 - 23:32 Uhr

Funkgerät sendete letzten Hilferuf der Titanic aus

Das Gerät setzte einen der berühmtesten Funksprüche der Welt ab: Die Marconi-Telegrafenstation auf dem Kreuzfahrschiff Titanic. Am 14. April 1912 kurz vor Mitternacht krachte das legendäre Schiff auf dem Weg nach New York im Nordatlantik gegen einen Eisberg und sank. Nun will eine Firma das Funkgerät des Schiffs vor der Zerstörung bewahren und vom Grund des Ozeans bergen. Warum das nicht alle gut finden – in unserem Video.

Die meisten Menschen an Bord der Titanic kamen ums Leben

Nachdem der Eisberg ein Loch in den Rumpf der Titanic gerissen hatte, setzte die Crew einen Notruf mit dem damals ziemlich modernen Funkgerät ab. Andere Schiffe empfingen das Signal und auch an der Küste hörte man den letzten Hilferuf der Titanic. "Wir brauchen sofort Hilfe", sendete die Titanic per Morsealphabet. "Wir setzen Frauen in die Rettungsboote". Doch bis Hilfe die Unglücksstelle erreichte, war es schon zu spät. Innerhalb von nur rund drei Stunden sank das Schiff. Nur rund 700 der 2.208 Menschen an Bord konnten lebend gerettet werden.

Gegenstände von Bord der Titanic
Die Firma RMS Titanic holte rund 5.000 Gegenstände aus dem Wrack des Schiffes.
© AP, Angie Wang, AW STW

1985 spürte ein Team rund um den Wissenschaftler Robert Ballard das Wrack der Titanic rund 645 Kilometer vor der Küste Neufundlands auf. Das Bergungsunternehmen RMS Titanic machte sich später daran, einzelne Gegenstände wieder an die Oberfläche zu holen. Geschirr, Goldmünzen, Silberbesteck und andere Dinge, die damals mit an Bord waren, wurden inzwischen geborgen. Insgesamt rund 5.000 Objekte. Nun will RMS Titanic auch die Telegrafenstation aus dem Wasser holen.

Das Wrack der Titanic droht, in sich zusammenzubrechen

"Das Dach hängt schon massiv durch und das Wrack stürzt im Grunde in sich zusammen", erklärt Bretton Hunchak, der Leiter der Firma. Das historische Funkgerät, dem es zu verdanken sei, dass es bei dem Unglück überhaupt Überlebende gab, sei in einem besonders sensiblen Bereich. Wenn man es jetzt nicht berge, könnte es für immer verloren gehen.

Doch so einfach ist das nicht. Die Firma zog nun vor Gericht, um durchzusetzen die "Stimme der Titanic" bergen zu dürfen. Denn inzwischen ist es gerichtlich untersagt Teile aus dem Wrack herauszuholen oder Löcher in den Rumpf des gesunkenen Schiffes zu schneiden – das würde bedeuten, dass auch die damals hochmoderne Telegrafenstation im Nordatlantik bleiben müsste.

Nicht alle sind für die Bergung der "Stimme der Titanic"

Titanic sank 1912
Ein Gericht entschied, dass keine Gegenstände mehr aus dem Wrack der Titanic geholt werden dürfen.
© AP, XCJ HMB

Das sei auch gut so, findet Gavin Robinson, Abgeordneter aus Belfast (Nordirland), wo die Titanic gebaut wurde. "Ich glaube nicht, dass es helfen würde, irgendetwas Neues über das Wrack oder die Geschichte der Titanic zu lernen", meint Robinson. Es gäbe viele andere Marconi Funkgeräte, die in Museen ausgestellt würden.