Ice Music Festival in Norwegen

Musik und magische Momente: So klingen Instrumente aus Eis!

12. Februar 2020 - 9:45 Uhr

von Anne Rück

Wie klingen Instrumente, die aus Eis geschnitzt sind? Diese Frage beantworten einmal im Jahr die Macher und Musiker beim Ice Music Festival. Schon zum 15. Mal – immer zum ersten Vollmond im Jahr – pilgern ca. 150 Gäste zu diesem außergewöhnlichen Event in die Einöde des norwegischen Hochlandes. Früher nach Geilo, seit zwei Jahren in das kleine Bergdorf Finse, das nur einen einzigen Ganzjahres-Einwohner hat. Die anderen bis zu 60 Bewohner sind Saisonarbeitskräfte.

Wie die Instrumente aus Eis aussehen und klingen, zeigen wir im Video.

Instrumente aus Eis verzaubern das Publikum

Eine Gruppe von Architektur- und Design-Studierenden der Universität Bergen hat für das Festival auf dem zugefrorenen See eine Art Amphitheater aus Eis und Schnee gebaut. Mit einer von Eisballons umgebenen Bühne, die abwechselnd in grün, rot und blaues Licht getaucht wird. Im Vordergrund stehen die Instrumente: Eis-Xylophon, -Horn, -Gitarre, -Bass, -Trommel und -Harfe glitzern kristallklar im jeweiligen Farbton.

Der Musiker und Erfinder des Ice Music Festivals, Terje Isungset, steht am Xylophon und schlägt mit seinen in Handschuhe gehüllten Finger die einzelnen Eisplatten an. Es entsteht ein glockenklarer Klang und die Musiker legen los. Das Publikum wirkt verzaubert von dieser einzigartigen Verschmelzung von Szenerie und Musik. Körper fangen an mit zu wippen, Lippen formen sich zu Lächeln und die strahlenden Augen der von Mützen und Kapuzen umhüllten Gesichter zeigen die Begeisterung.

Das Eis ist unberechenbar

Auch für die Mitwirkenden sind diese zwei Tage eine Besonderheit: Der Klang der Eisinstrumente ist immer ein wenig anders und lässt sich nicht genau vorhersagen. Es kann passieren, das Instrumente brechen, herunterfallen, kaputt gehen oder aber einen anderen als den erwarteten Ton bringen. Eine Probe gibt es nicht wirklich und einige der preisgekrönten Musiker aus Schweden, Norwegen und Mexiko haben noch nie auf Eis musiziert. "Man muss locker bleiben und mit dem arbeiten, was die Natur einem gibt" erzählt Gitarrist Thomas T. Dahl, der bereits seit einigen Jahren zum Festival kommt.

Es geht nicht um Perfektionismus!

Dass es hier nicht um Perfektionismus geht, sondern in erster Linie um Spaß, ist sofort spürbar. Auf der Bühne wird herzhaft gelacht, wenn der ein oder andere Ton daneben geht oder der junge Harfenist auf einmal "La Bamba" singt. Das Publikum wird zum Tanzen und Mitsingen aufgefordert. So entsteht eine ausgelassene Atmosphäre, die durch die wunderbaren Lichtinstallationen sich ein wenig anfühlt, als sei man in einer Zauberwelt gelandet und am Ende der zwei Tage vor allen Dingen eine Beschreibung zulässt: ein absolut einmaliges Ereignis!