Wohin mit dem Geld in der Corona-Krise?

Finanztip-Chef Tenhagen: Bei einer Flasche Wein 200 Euro einsparen - so geht clever Geld anlegen

Gemeinsam die laufenden Kosten durchgehen lohnt sich.
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05. Juni 2020 - 21:34 Uhr

Auch mit kleinen Summen viel erreichen

Der Urlaub ist ausgefallen, wochenlang waren keine Freizeitaktivitäten möglich - viele Deutsche haben trotz Corona-Krise Geld angespart und fragen sich jetzt: wohin damit?  RTL hat bei Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Verbraucher-Ratgebers Finanztip, nachgefragt. Der Finanz-Experte weiß, wie man auch mit kleinen Summen viel erreichen kann und warum es auch beim Thema Geld manchmal gemütlich zugehen sollte, um erfolgreich zu sein.

Bei einer Flasche Wein die laufenden Kosten durchgehen

Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen
Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen.
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Wie schaffe ich es, mir trotz der Corona-Krise ein Vermögen aufzubauen?

Das was sich durch die Corona-Krise am meisten verändert hat, ist die Frage, wie sicher der eigene Arbeitsplatz ist. Wer aber jetzt einen sicheren Job hat und auch nicht in Kurzarbeit ist, der hat eigentlich ganz gute Karten ein bisschen was zur Seite zu legen.

Wie spare ich richtig?

Ich habe da meine persönliche Strategie. An einem Abend in der Woche mache ich mir mit meiner Liebsten eine Flasche Wein auf und bestelle eine Pizza. Dann nehmen wir uns eine bestimmte Sache vor. Diese Woche haben wir alle unsere Abos durchgeschaut. Wir konnten an dem Abend tatsächlich fünf davon kündigen. Damit sparen wir künftig 200 Euro pro Jahr ein. Wenn man das regelmäßig macht, dann können in einem normalen Haushalt da schnell mal 1.500 bis 2.000 Euro zusammenkommen.

Mit sicherer Anlage bei Aktien durchstarten

Wohin mit dem angesparten Geld?

Zunächst rate ich dazu ein Tagesgeldkonto zu eröffnen. Dort zahle man dann erstmal das eingesparte Geld ein. Wie lange? Ein guter Richtwert sind insgesamt zwei Monatseinkommen. Diese Reserve hilft, wenn das Girokonto rot zu werden droht. So muss man sein Konto nicht mehr überziehen, selbst wenn Waschmaschine und der Kühlschrank gleichzeitig kaputt gehen.

Darüber hinaus sollte man sein Geld langfristig anlegen. Wer das Geld für mehrere Jahre nicht braucht, der kann damit an die Börse gehen. Das funktioniert auch mit kleinen Beträgen. Mit 25 Euro im Monat kann man beispielsweise in Anteile an einem Aktien-Indexfonds erwerben.

Wie gehe ich bei Aktien konkret vor?

Zunächst einmal braucht man ein Depot, also eine Art Konto für Wertpapiere. Das gibt es teilweise auch kostenlos bei einer Reihe von Direktbanken oder auch als Online-Depot. Zum Anlegen empfehle ich dann einen weltweit ausgerichteten Aktien-Indexfonds. Damit hat man schon mit 25 Euro einen Anteil an 1.600 Firmen auf der ganzen Welt. Das ist eigentlich die sicherste Anlage, die man am Aktienmarkt haben kann.

Bei Prämien zugreifen und sparen

Bietet die Corona-Krise auch finanzielle Chancen?

Die Krise bietet natürlich auch eine Chance! Wenn man die aktuelle Situation zum Anlass nimmt, sich seine eigenen Finanzen nochmal genauer anzuschauen, dann ist das eine Chance, die man auf jeden Fall nutzen kann.

Abgesehen davon, verändert sich momentan sehr viel. Dabei ist es immer gut früh zu erkennen, in welche Richtung es geht, um dann dabei zu sein. Da ist beispielsweise die Diskussion über die Auto-Prämien. Wenn Elektrofahrzeuge nun noch stärker gefördert werden, dann ist das ein wichtiger Hinweis für mich, welches Auto ich mir kaufe.  Und wenn ich die Möglichkeit habe, dann baue ich mir gleich noch ein Solardach auf mein Haus und stelle mir einen Akku in die Garage. So kann ich mein E-Auto künftig zu Hause mit dem günstigen Strom vom Dach laden.

Genauso ist das bei der Wohnungssuche. Aktuell ist es sicherlich ratsam Wert darauf zu legen, dass das Objekt ein Zimmer mehr hat. So kann man sich ein Arbeitszimmer einrichten. Denn wenn ich während der Corona-Krise zu Hause arbeiten muss, dann kann ich das von der Steuer absetzen. Das gilt auch für den neuen Schreibtischstuhl oder die Webcam. Um die Werbungskosten zu Hause wird es im nächsten Jahr mit den Finanzämtern sicher eine Menge Streit geben. Deswegen sollte man am besten alle Rechnungen aufheben und Fotos vom Arbeitszimmer machen. Das Arbeitszimmer ist ein Büro, Kleiderständer oder eine Playstation gehören das nicht hin. Außerdem sollte man sich von seinem Chef schriftlich bestätigen lassen, dass Homeoffice angeordnet wurde

Kann ich auch meine zusätzlichen Stromkosten vom Homeoffice absetzen?

Bei Strom ist das nicht so einfach, aber ich würde es probieren. Man muss natürlich belegen können, dass man wegen des Homeoffice mehr Strom verbraucht hat. Dafür könnte man den Verbrauch 2019 mit dem aktuellen Verbrauch vergleichen. Alternativ könnte man natürlich auch direkt mit seinem Chef sprechen und einen Zuschuss für Arbeitsmaterialien oder andere Mehrkosten durch Homeoffice erfragen.

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