3. Mai 2019 - 15:12 Uhr

Der Finanzschock beim Zahnarzt

Hilfe, ich brauche neue Zähne! Abgesehen von der meist gefürchteten Behandlung beim Zahnarzt ist es vor allem der finanzielle Aspekt in Sachen Zahnersatz, der Menschen schlottern lässt. Kein Wunder: "Die Krankenkasse trägt die Kosten für Kronen, Brücken und Implantate nicht komplett", verrät "Finanztest" im aktuellen Heft (5/2019). Darin wurden 234 Zahnzusatzversicherungen getestet - mit einem ziemlich erfreulichen Ergebnis.

Eine Zusatzversorgung sorgt dafür, dass für Zahnnotfälle genug Geld da ist

Laut "Finanztest" gaben private Haushalte in Deutschland im Jahr 2017 6,4 Milliarden Euro für zahnärztliche Leistungen aus. Schon auf einen Patienten kommen - je nach Behandlung - "schnell die Kosten eines Kleinwages zusammen", heißt es. Das liegt daran, dass die gesetzliche Krankenkasse jeweils nur einen festen Zuschuss zu Zahnersatz und Co. dazugibt.

Selbst bei der Regelversorgung, also meist einer abgespeckten wirtschaftlichen Lösung zum Wiederherstellen der Sprech- und Kaufunktion, zahlt die Kasse nur 50 bis 65 Prozent. Der Rest bleibt beim Patienten hängen. Eine Zahnzusatzversorgung sorgt dafür, dass für solche Notfälle genug Geld da ist - und dass statt der Regelversorgung auch eine optisch schönere Lösung wie Implantate und Kronen aus zahnfarbener Keramik drin sind.

76 Zusatzversicherungen erhalten die Note „Sehr gut“

Im "Finanztest"-Check wurden 234 Zusatzpolicen getestet. Zwei Drittel schnitten mit der Note "Sehr gut" oder "Gut" ab. Was viele Menschen besonders freuen dürfte: Es muss nicht unbedingt teuer sein, gute Leistungen bezahlt zu bekommen.

Das sind die Testsieger mit der Bestnote „Sehr gut (0,5)“

Frau beim Zahnarzt
Wer lange schöne Zähne haben will, muss vorsorgen!
© iStockphoto, Slavica
  • Zahn Prestige der Bayerischen

Durchschnittlicher Monatsbeitrag: 58 Euro

Wartezeit: keine

  • DFV-Zahnschutz Exklusiv 100 der Deutschen Familienversicherung

Durchschnittlicher Monatsbeitrag: 56 Euro

Wartezeit: keine

  • EZL der Hase Merkur

Durchschnittlicher Monatsbeitrag: 60 Euro

Wartezeit: 3 Monate

  • Zahn 100 der Ottonova

Durchschnittlicher Monatsbeitrag: 58 Euro

Wartezeit: 3 Monate

Der durchschnittliche Monatsbeitrag wurde für Personen zwischen 43 bis 73 Jahren, die die Zahnzusatzversicherung auch erst mit 43 Jahren abgeschlossen hatten, berechnet. Die Wartezeit bezieht sich auf die mögliche erste Erstattung von Zahnarztleistungen nach dem Vertragsabschluss. Hier rät "Finanztest", nicht erst eine Police abzuschließen, wenn mit den Zähnen etwas nicht in Ordnung ist. In vollem Umfang kann man die Versicherung erst nach etwa drei bis fünf Jahren in Anspruch nehmen.

Die besten günstigen Tarife

Wer auch mit der Regelversorgung zufrieden ist, muss nicht unbedingt so tief in die Tasche greifen, um möglichst viel von der Krankenkasse dazubezahlt zu bekommen. "Finanztest" empfiehlt in diesem Fall den Tarif Kombi Med KDT50 der DKV, den es für drei bis acht Euro monatlich gibt.

Im Video: Was ist Ölziehen und was bringt es meinen Zähnen?

Strahlend weiße Zähne und gesundes Zahnfleisch - nur durch ein bisschen Öl? Wir haben es getestet! Was bringt Ölziehen wirklich?

Brauche ich überhaupt eine Zahnzusatzversicherung?

Im Heft und auf Finanztest.de gibt es neben den kompletten Testergebnissen auch vier Beispiele, wie viel in bestimmten Behandlungsfällen die Kasse zahlt und auf welchen Kosten der Patient sitzenbleibt. Ein weiterer Rat der Finanzexperten: Alleinstehende und Wenigverdiener (bis 1.246 Euro brutto) sowie Paare mit einem Kind bis 2.025 Euro Brutto-Einkommen benötigen keine Zahnzusatzversicherung. In diesen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Regelversorgung komplett. Wer geringfügig darüberliegt, bekommt einen erhöhten Festzuschuss.