Finanzämter per Mail weiter nur eingeschränkt erreichbar

Christian Grascha (FDP) spricht während einer Landtagssitzung im Plenum. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild
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14. Juli 2020 - 5:51 Uhr

Die Erreichbarkeit der niedersächsischen Finanzämter ist nach einem Cyberangriff immer noch stark eingeschränkt. E-Mails, die Anhänge enthalten, würden nicht zugestellt, heißt es in einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion. Betroffen seien seit Anfang 2020 sämtliche Finanzämter in Niedersachsen, das Landesamt für Steuern und die Steuerakademie. Eine alternative Sicherheitsumgebung, die den Empfang der Mails ermöglichen würde, sei bereits beschafft worden, werde aber noch getestet. Bis die Umsetzung erfolgt, sollen die Bürger in ihren Mails an die Steuerverwaltung auf Links und Mailadressen verzichten.

Der FDP-Finanzpolitiker Christian Grascha forderte, dass die Verwaltung schnell wieder arbeitsfähig und ansprechbar werden müsse. "Kein Unternehmen kann es sich erlauben, ein Jahr lang kaum erreichbar zu sein und seine Kunden für die Kommunikation auf Fax und Briefe zu verweisen", sagte er. "In einem Bereich, der derart wichtig für die Verwaltung, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger, ist, kann man sich nicht ein Jahr Zeit lassen."

Mails mit Links werden seit Januar blockiert. Die Schutzmaßnahme zielt insbesondere auf den Trojaner Emotet ab, der Ende 2019 unter anderem mehrere Bundesbehörden befallen hatte. Als Folge wurden schadhafte E-Mails im Namen der Behörden verschickt. Bereits seit Mitte 2019 weisen die Finanzämter in Niedersachsen zum Selbstschutz auch Mails mit Anhängen wie Word- und Excel-Dateien ab.

Quelle: DPA