Figur in Ausstellung über jüdische Stars im Sport zerstört

14. Oktober 2021 - 19:09 Uhr

Nordhausen (dpa) - Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag in Nordhausen (Thüringen) eine Figur der Wanderausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung. Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach" zerstört. Konkret betrifft das die Figur des Fußball-Nationalspielers Julius Hirsch, wie die Stadtverwaltung Nordhausen mitteilte. Die Ausstellung war erst am 9. Oktober eröffnet worden und soll noch bis 11. November zu sehen sein.

Die Stadt stellte Anzeige gegen unbekannt, wollte jedoch nicht über ein mögliches politisches Motiv spekulieren. Stadtsprecher Lutz Fischer erinnerte aber daran, dass die Wanderausstellung im November 2020 in Bochum - der Partnerstadt von Nordhausen - verwüstet worden war. Lebensgroße Plexiglasfiguren wurden damals schwer beschädigt und mit antisemitischen Parolen beschmiert.

Im Zentrum der Ausstellung stehen 17 deutsch-jüdische Sportler, die als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten. Nicht wenige von ihnen, darunter Hirsch und die zehnfache deutsche Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, wurden deportiert und ermordet.

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Quelle: DPA