Attacke in Dortmund: Rechtsextreme greifen Polizisten mit Feuerlöschern an

An der rechtsextremen Kundgebung auf dem Dortmunder Sonnenplatz nahmen laut Polizei 25 Menschen teil. (Symbolfoto)
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04. Oktober 2018 - 16:09 Uhr

Acht Rechte in Dortmund festgenommen

Bei einer Demo von Rechtsextremen in Dortmund ist es am Tag der Deutschen Einheit zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Die Männer attackierten Polizisten und Gegendemonstranten mit Feuerlöschern. Acht Personen wurden vorläufig festgenommen.

Polizei verhaftet Dortmunder Stadtratsmitglied

Bei ihrer Abreise haben die Rechten aus einem Kleinbus heraus Polizisten und Gegendemonstranten mit einer Flasche beworfen, dann mit Pulver aus mehreren Feuerlöschern angegriffen. Verletzt wurde niemand. Das teilte die Polizei Dortmund mit.

Acht Insassen des Fahrzeugs wurden daraufhin in Gewahrsam genommen. Unter ihnen ist auch ein Stadtratsmitglied der Partei "Die Rechte". Die Männer wurden nach der Feststellung der Identität aber wieder freigelassen.

Gegen die mutmaßlichen Täter wird nun wegen des Anfangsverdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und Landfriedensbruch ermittelt.

Rechtsextreme mit Pferdemist beworfen

Zu der rechtsextremen Kundgebung auf dem Dortmunder Sonnenplatz hatten sich laut Polizei etwa 25 Demonstranten versammelt. Ihnen standen rund 150 Gegendemonstranten gegenüber.

Die Polizei vermeldete bereits zuvor teils chaotische Zustände bei einer anderen rechtsextremen Veranstaltung am Dortmunder Nordmarkt. Dort hatten sich 60 Rechtsextreme getroffen. Auch hier kam es zu einer spontanen Gegendemo mit etwa 250 Menschen.

Ein linker Gegendemonstrant wurde festgenommen, weil er einen Rechtsextremen mit Pferdemist beworfen hatte.

Mehrere rechte Aufmärsche am Tag der Deutschen Einheit

Am Tag der Deutschen Einheit gab es in mehreren deutschen Städten Demonstrationen von Rechtsextremen. Auch in Berlin hatte die Polizei einige Mühe rechte Demonstranten von Gegendemonstranten zu trennen. Dort zogen etwa 2000 Rechtspopulisten und mehrere Neonazis gemeinsam durch Berlin-Mitte. Ebenso viele Menschen protestierten an verschiedenen Stellen dagegen, wie die Polizei mitteilte.

Bei der rechtspopulistischen Veranstaltung der Initiative "Wir für Deutschland" am Berliner Hauptbahnhof zeigten einzelne Teilnehmer sogar den Hitlergruß. Gegen einen Neonazi ermittelt deswegen die Polizei. Insgesamt wurden sechs Männer festgenommen.

Politiker rufen zu Aktionen gegen Fremdenhass auf

Am 28. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung plädierten unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble für mehr Dialog und gegenseitiges Zuhören, um Polarisierung und Gräben im Land zu überwinden. Vor allem mit Blick auf den wachsenden Rechtspopulismus und Fremdenhass.

Denn in den letzten Wochen kam es immer wieder zu fremdenfeindlichen und teils gewalttätigen Demonstrationen: Mitte September hat die AfD in Köthen in Sachen-Anhalt zu einem Trauermarsch aufgerufen, nachdem ein Deutscher nach einem Streit mit zwei Afghanen starb. Hunderte rechtsgerichtete Teilnehmer zogen durch die Stadt.

Im sächsischen Chemnitz nahmen Ende August mehrere Rechtsgerichtete, Neonazis und Gegner der Flüchtlingspolitik an fremdenfeindlichen Demonstrationen teil. Auslöser der Kundgebungen war die Tötung eines 35-jährigen Deutschen am 26. August. Tatverdächtig sind drei Asylbewerber.