Zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt

Böllerverbot an Silvester: Diese Städte machen mit

Feuerwerk
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30. Dezember 2019 - 14:14 Uhr

Einschränkungen in immer mehr Städten

Nachdem Prag ab diesem Jahr nicht nur private, sondern auch öffentliche Feuerwerke komplett verboten hat, weil die Böllerei für Mensch und Tier zu laut sei und umweltschädlichen Feinstaub freisetzt, stellte sich die Frage: Bleibt es ab jetzt auch in deutschen Städten still an Silvester? Die Deutsche Umwelthilfe hat sogar einen offiziellen Antrag auf ein Feuerwerksverbot in Innenstädten gestellt hat. Die Antwort lautet: jein.

Bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter 53 Städten und Gemeinden gaben 25 an, keine Böllerverbote zu verhängen. In den übrigen Städten gibt es Einschränkungen - wir erklären, wie diese aussehen.

Hier sind Feuerwerke komplett verboten

  • Amt Föhr-Amrum
  • Sylt

Seit circa 30 Jahren sind Feuerwerke auf Sylt verboten, zwischenzeitlich gab es "Böller-Zonen. Auf Amrum ist das Böllern seit 1981 untersagt.

Hier sind Feuerwerke in den Innenstädten verboten

  • Augsburg
  • Bamberg
  • Berlin
  • Braunschweig
  • Bremen
  • Dortmund
  • Düsseldorf
  • Freising
  • Fürth
  • Göttingen
  • Hamburg
  • Hannover
  • Ingolstadt
  • Karlsruhe
  • Köln
  • Landshut
  • Lüneburg
  • München
  • Nürnberg
  • Passau
  • Stuttgart
  • Timmendorfer Strand
  • Wiesbaden
  • Würzburg

Die Luftreinheit spielte für die meisten Städte bei der Planung von Verboten nur eine untergeordnete Rolle. Der häufigste von Städten genannte Grund für Verbote und Verbotszonen waren Sicherheitsbedenken. Die Stadt München etwa beruft sich in diesem Jahr auf eine Gefahreneinschätzung der Polizei und erlässt ein komplettes Feuerwerksverbot in der Altstadt sowie ein Böllerverbot in einem größeren Areal. Auch rund um den Stuttgarter Schlossplatz ist privates Feuerwerk aus Sicherheitsgründen verboten.

Nach guten Erfahrungen beim vergangenen Jahreswechsel sollen Böller auch in Teilen der Innenstadt Hannovers erneut verboten sein. In Köln ist das Böllern in diesem Jahr wie in jedem Jahr seit 2016 rund um den Dom verboten. Berlin verbietet, nach Senatsangaben vor allem zum Schutz von Polizisten und Feuerwehrleuten, Böllern neben dem Brandenburger Tor, erstmals auch auf dem nördlichen Alexanderplatz sowie in der Pallasstraße in Schöneberg, einem Böllergewaltbrennpunkt.

In anderen Städten mit Verbotszonen steht der Denkmalschutz im Vordergrund: Nürnberg etwa verbietet bereits seit 2001 das Böllern im Bereich der Burg.

Böllerei ist Gift für Umwelt, Tiere und Menschen

Feinstaubbelastung

An Silvester gelange in vielen Städten etwa ein Sechstel der Feinstaubmenge in die Luft, die sonst das ganze Jahr über aus dem Straßenverkehr komme, mahnt die Deutsche Umwelthilfe. Jeder Atemzug, mit dem Feinstaub in unsere Lungen gelangt, gefährdet unsere Gesundheit. 

Eine Nacht voller Angst & Schrecken für Tiere

Für Tiere ist Silvester kein Spaß. Es ist mit Angst und Panik verbunden. Sie spüren es meistens schon am Nachmittag, wenn die ersten Ungeduldigen Raketen zünden und los böllern. Ab dann baut sich bei den meisten Tiere eine Spannung auf und der Leidensweg beginnt: Der ohrenbetäubende Lärm kann Tiere in Angst- und Panikzustände versetzen.

Verletzungen und Verbrennungen

​Immer wieder sterben Menschen beim Hantieren mit - oftmals illegalen - Silvesterböllern, etwa wenn diese zu früh explodieren. Darüber hinaus landen jedes Jahr Tausende mit Verletzungen und Verbrennungen durch Feuerwerk und Böller in der Notaufnahme. Durch die laute Knallerei erleiden laut Umweltbundesamt etwa 8.000 Menschen jährlich Verletzungen am Innenohr.