Feuerwerk und Böller an Silvester: Diese Regeln müssen Sie beachten!

27. Dezember 2018 - 21:09 Uhr

Silvesterknaller zünden muss nach den Regeln der Sprengstoffverordnung erfolgen

Silvester steht vor der Tür und für viele Menschen heißt es "Same procedure as every year." Und jedes Jahr kommt die Frage auf, was denn bei Silvesterknallern erlaubt ist - und was nicht. Ist das Zünden von Böllern und Feuerwerk überhaupt noch zeitgemäß? Ungeachtet dieser Diskussionen jagen die Deutschen jedes Jahr ein Vermögen in den Nachthimmel, 2018 werden es etwa 137 Millionen Euro sein.

Geknallt werden darf nur 48 Stunden lang

Hannover, Ab 28.12.2018 beginnt der Verkauf von Silvesterfeuerwerk, Symbolfoto,Feuerwerkskörper, Silvester, Feuerwerk, Rakete, Silvesterrakete, , *** Hanover From 28 12 2018 the sale of New Years Eve fireworks Symbolfoto fireworks New Years Eve firew
Achten Sie darauf, was Sie kaufen!
© imago/localpic, Rainer_Droese, imago stock&people

In anderen Ländern gibt es längst Verbote. In den Niederlanden darf zum Beispiel seit 2015nur noch eingeschränkt geknallt werden, 56 Städte und Gemeinden verbieten ihren Bürgern das Entzünden von Feuerwerk. Zudem gibt es feuerwerkfreie Zonen rund um Altersheime, Tierheime, Asylbewerberheime oder Krankenhäuser.

In manchen Städten wie Paris oder dem Vorreiter Australien ist es schon länger Gang und Gäbe, dass Privatleute kein Feuerwerk veranstalten dürfen und sich vorher eine Genehmigung einholen müssen. Stattdessen organisieren die Städte selbst das Feuerwerks-Spektakel zu Silvester.

In Deutschland wird ebenfalls diskutiert, ob man den Silvesterzauber eindämmen soll. Es gelten aber immer noch die alten Regeln: Geknallt werden darf in Deutschland erst vom 31. Dezember 00.00 Uhr bis 1. Januar 24.00 Uhr, also maximal 48 Stunden lang. Entsprechend ist der Verkauf von Feuerwerkskörper auch nur vom 29. Dezember bis zum Silvesterabend gestattet. Möchten Sie außerhalb dieses Zeitraums Feuerwerkskörper anzünden, dann müssen Sie sich eine Sondergenehmigung einholen. Knaller zünden ohne Genehmigung kann teuer werden: Dann wird ein Bußgeld in bis zu fünfstelliger Höhe fällig.

Vorsicht vor dubiosen Böllern, die Sie im Internet oder auf Flohmärkten finden! Korrekte Silvesterknaller müssen vom Bundesamt für Materialforschung geprüft worden sein. Das erkennen sie an der Registriernummer und dem zertifizierten Zeichen.

Ungeprüfte Böller erfüllen nicht die vorgeschriebenen Sicherheitskriterien. Sie können beispielsweise vorzeitig explodieren. Außerdem sind sie im Gegensatz zu normalen Knallern oft anders zusammengesetzt: Sie enthalten Blitz-Knallkörper statt Schwarzpulver, die sie stärker und lauter knallen lassen. Schwere Verletzungen wie ein Tinnitus im Ohr sowie Verbrennungen von Händen oder Gesicht können die Folge sein. Sogar Finger können von der Explosion abgerissen werden.

Wann darf geknallt werden und wie laut darf es sein?

ARCHIV - 01.01.2018, Berlin: Ein Feuerwerk ist während Deutschlands größter Silvesterparty am Brandenburger Tor. Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor einer hohen Feinstaubbelastung zu Silvester und fordert eine Verlegung von Feuerwerken aus belasteten
Am besten sieht es aus, wenn Profis am Werk sind: Silvesterfeuerwerk in Berlin.
© dpa, Ralf Hirschberger, rhi wie sab

Was viele Menschen ignorieren: auch am Silvesterabend gilt die übliche Ruhezeit von 22 Uhr - drinnen sowie draußen! Nun ist es aber so, dass die Polizei wohl kaum ausrückt, wenn am Silvesterabend gegen Mitternacht ein riesiges Feuerwerk zugange ist. Grundsätzlich gilt aber: Laut Feiern ist bis 22 Uhr erlaubt und ab dann sollte die Musik runtergeschraubt werden. Und auch im Freien sollte nicht zu laut gefeiert werden.

Die Lautstärke des Feuerwerks ist ein heikles Thema. Stehen Sie zu nahe an einem laut explodierenden Feuerwerkskörper, können Sie Gehörschäden davontragen. Auch hier gibt es Verordnungen, an die sich jeder Bürger halten muss: So dürfen die Silvesterkracher in einer Entfernung von acht Metern höchstens eine Lautstärke von bis zu 120 Dezibel erreichen. Darunter können Sie sich nichts vorstellen? Es entspricht etwa dem Geräuschpegel einer Kettensäge, eines Presslufthammers oder dem Donnern bei Gewitter. Wenn Sie eh schon geräuschempfindlich sind, sollten Sie mit Ohrstöpseln vorbeugen!

Gefeuert werden darf ab dem 18. Lebensjahr. Chinaböller, Raketen, Sonnen und Co. sollten Sie so aufbewahren, dass sie für Kinder unzugänglich sind. Stattdessen können Sie Ihren Kindern kleine Knallerbsen geben, ein Tischfeuerwerk oder – unter Aufsicht – Wunderkerzen. Ob groß oder klein: Beim Abfeuern der Raketen sollte stets ein Abstand von fünf Metern gehalten werden, damit sich niemand verletzt. Immer wieder kommt es dazu, dass Feuerwerkskörper quer schießen und Menschen lebensgefährlich verletzen.