Das wird teuer

Hamburger müssen Tierrettungen zukünftig selber zahlen

04. Dezember 2020 - 18:34 Uhr

Ab Januar gelten in Hamburg neue Gebühren

Die Feuerwehr rückt längst nicht mehr nur aus, um Menschen zu retten. Immer häufiger wählen Tierbesitzer auch die 112, um ihre ausgebüxten Vierbeiner zu retten. Bisher war diese Rettung kostenlos, weil die Stadt für die Einsatzkosten aufkam. Doch das soll sich jetzt ändern: Ab 2021 werden Herrchen und Frauchen zur Kasse gebeten. Im Video sehen sie die spektakulärsten Tierrettungen aus den letzten Jahren.

Rund 1000 Mal im Jahr rückte die Feuerwehr für Tiere aus

Egal, ob es sich um einen Hamster im Staubsaugerohr oder um ein Pferd im Graben handelt – die Feuerwehr Hamburg rückt im Bedarfsfall sofort aus, um Tiere in Not zu retten, unabhängig ihrer Größe. Rund 1000 Mal wurde sie im vergangenem Jahr gerufen. Und bisher kam die Stadt Hamburg für alle Kosten auf, wenn mal wieder der beste Freund des Menschen im Kanalrohr feststeckt oder die Miezekatze den Ausflug in die Baumkrone unterschätzt hat und nun nicht mehr alleine herunterkommt. Da viele dieser Unfälle jedoch passieren, weil Herrchen und Frauchen nicht genug aufgepasst haben, will die Stadt nicht mehr für alle dieser Kosten aufkommen: "Wenn ein Halter seine Verantwortungspflicht verletzt, kann es sein, dass die Feuerwehr eine Gebühr erheben muss", sagt die Feuerwehrsprecher Jan Ole aus Hamburg.

Die Höhe der Kosten ist noch offen

Bisher gibt es keine einheitliche Kostenregelung. Das liegt daran, dass diese schwer abzuschätzen sind. Was Tierbesitzer nun zahlen müssen, hängt unter anderem von der Einsatzdauer, dem eingesetzten Material und von der Anzahl der Einsatzkräfte ab. "Bei der Katze im Baum, wenn wir da eine Stunde rechnen, dann sind wir bei einem geringen dreistelligen Euro-Bereich, damit muss man auf jeden Fall rechnen", so die Feuerwehr Hamburg zu RTL. Da lohnt es sich doch, in Zukunft noch ein bisschen mehr auf die geliebten Vierbeiner aufzupassen.

Bei Wildtieren gilt diese Regelung nicht

Auch, wenn die neue Gebührenregelung ab 2021 in Hamburg in Kraft tritt und erstmal eine abschreckende Wirkung haben könnte: Die Feuerwehr bittet Mitmenschen in Notfällen weiterhin anzurufen und keine Angst zu haben, auch bei Wildtier-Unfällen die 112 zu wählen. Denn hier droht keinesfalls eine teure Überraschung nach der Rettung, denn: Wildtiere gelten als halterlos und somit wird keiner zur Verantwortung gezogen.