Wie kam es zu dem Unglück in Koszalin?

Feuerdrama in Polen: 5 Mädchen sterben in Escape-Room

05. Januar 2019 - 18:21 Uhr

Innenminister Brudzinski kündigt Konsequenzen an

Die Teenager haben Spaß in einem Escape-Room, dann bricht ein Feuer aus. Der Raum wird zur tödlichen Falle für fünf Mädchen im Alter von 15 Jahren. Wie konnte es zu der Tragödie im nordpolnischen Koszalin kommen? Nach dem Brand bei einem sogenannten Escape-Game steht jetzt die Ermittlung der Ursache im Fokus. Darüber hinaus sollen die Brandschutzmaßnahmen in allen Escape-Räumen in Polen überprüft werden, wie der polnische Innenminister Joachim Brudzinski ankündigte.

26-Jähriger mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht

Am späten Freitagnachmittag waren fünf Mädchen bei einem Feuer ums Leben gekommen, die den Geburtstag eines der Teenager gefeiert hatten. Ein 26-jähriger Mann wurde zudem mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht. In einem "Escape-Room" muss eine Gruppe unter Zeitdruck bestimmte Rätsel und Aufgaben lösen, um aus dem Raum entkommen zu können. Das Spiel erfreut sich in den letzten Jahren in vielen Ländern immer größerer Beliebtheit.

Die Betreiber von "Escape-Rooms" müssen in Polen bislang keine besonderen Genehmigungen der Feuerwehr einholen. Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr brach der Brand in einem Nebenraum aus. Einer der Feuerwehrmänner vor Ort sagte der Zeitung "Gazeta Wyborcza", dass das Feuer schon in allen Räumen des Erdgeschosses gewütet habe, als die Feuerwehr angekommen sei. Das Feuer habe also allem Anschein nach den Opfern den Fluchtweg abgeschnitten.

Der Bürgermeister von Koszalin erklärte den Sonntag zu einem Trauertag

Ausgelöst wurde der Brand nach Angaben der Zeitung wahrscheinlich durch die Explosion einer Gasflasche. Die Pressesprecherin der Koszaliner Polizei betonte jedoch, dass man noch nichts zu den Ursachen des Unglücks sagen könne. 

Polens Präsident Andrzej Duda drückte auf Twitter den Familien der Opfer sein Beileid aus: "Eine verheerende Tragödie in Koszalin. Fünf fröhliche Mädchen wurden aus dem Leben gerissen", schrieb er. Den Familien der Opfer sagte Innenminister Brudzinski von der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) unbürokratische Hilfe zu. Der Bürgermeister von Koszalin, Piotr Jedlinski, erklärte den Sonntag zu einem Trauertag.