Feuerbakterium killt eine Million Olivenbäume – hat Italiens Regierung gepennt?

8. August 2015 - 11:40 Uhr

Existenz von 7.500 Olivenbauern steht auf dem Spiel

Für die Menschen im Südosten Italiens, in Apulien, ist es ein Schock: Das sogenannte Feuerbakterium hat sich am Absatz des italienischen Stiefels derart ausgebreitet, dass jetzt eine Million Olivenbäume vernichtet werden müssen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Ein Drama für tausende Familien, die vom Olivenanbau leben. Und ein Umwelt- und Landschafts-Drama dazu. Viel zu spät hat die Regierung den Notstand ausgerufen, sagen Kritiker.

Feuerbakterium killt eine Million Olivenbäume – hat Italiens Regierung gepennt?
Xylella fastidiosa kann sich auf anderen Pflanzen ausbreitet und die Landwirtschaft europaweit bedrohen.
© picture alliance / blickwinkel/K, K. Thomas

Die EU-Kommission befürchtet, dass Xylella fastidiosa, so heißt das Bakterium wissenschaftlich, sich auch auf anderen Pflanzen ausbreitet und die Landwirtschaft in Europa noch umfassender bedroht. Bislang gibt es kein Heilmittel gegen den fiesen Krankheitserreger, der die Bäume von innen verbrennen lässt. Erste Anzeichen für die Katastrophe gab es bereits im Jahre 2008, sie wurden sträflich ignoriert.

Ausbreitung auf ganz Europa soll verhindert werden

Auch als zu Beginn des Jahres die EU forderte, dass die befallenen Bäume abgeholzt werden, geschah lange nichts. Nun ist es zu spät, der Notstand wurde ausgerufen. Teilweise müssen komplette Haine weg, teilweise sind die Olivenbäume mehrere tausend Jahre alt. 7.500 Olivenbauern sind in der Region um Lecce in ihrer Existenz bedroht.

Die Folgen sind unübersehbar, das Landschaftsbild hat sich bereits verändert. Der Süden Apuliens gilt als verloren. Und es könnte noch weitaus schlimmer kommen: Das vermutlich aus Lateinamerika eingeschleppte das Feuerbakterium ist Experten zufolge für rund 100 Pflanzenarten gefährlich. Es ist höchste Zeit den Flächenbrand zu stoppen, und eine Ausbreitung auf ganz Europa zu verhindern.