Feuer und Chaos in Hongkong

Studenten flüchten aus umstellter Universität

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19. November 2019 - 7:27 Uhr

Ein Ende der Aufruhr in Hongkong ist nicht in Sicht

Weiter belagert die Polizei die Polytechnische Universität in Hongkong. Hunderte Studenten hatten sich in den vergangenen Tagen dort verbarrikadiert und Widerstand gegen die Einsatzkräfte geleistet. Sie legten Feuer und schossen mit Pfeil und Bogen, um die Beamten an der Stürmung der Uni zu hindern. Inzwischen sollen 600 Demonstranten das Gebäude verlassen haben, berichtet Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam. Circa 100 seien noch drinnen. Sie wollen nicht aufgeben, heißt es.

Hongkong: Rund 200 Protestler sind minderjährig

19.11.2019, China, Hongkong: Junge Demonstranten verlassen die Hong Kong Polytechnic University im Bezirk Kowloon nach Zusammenstößen mit der Polizei an der Universität, in der sie sich verbarrikadiert haben. Anfang Dienstag erlaubte die Polizei den
Einige Demonstranten haben die Universität friedlich verlassen.
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Wie die Regierungschefin mitteilt seien rund 200 Demonstranten, die das Gebäude am Dienstag verlassen haben, unter 18 Jahre alt. Wie viele festgenommen wurden, sagte Lam nicht. Viele der jüngeren Demonstranten waren über Nacht von einer vermittelnden Gruppe von Mittelschuldirektoren und prominenten Persönlichkeiten vom Campus geführt worden.

Die Minderjährigen konnten nach Haus gehen, nachdem ihre Personalien von der Polizei aufgenommen worden waren. Regierungschefin Lam forderte die verbliebenen Studenten in der Hochschule auf, sich zu ergeben.

Protest gegen wachsenden Einfluss Chinas

18.11.2019, China, Hongkong: Demonstranten löschen bei einem Protest in Hongkong Tränengas mit einem Feuerlöscher. Die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gehen unvermindert weiter. Foto: Keith Tsuji/ZUMA Wire/dpa +++ dpa-Bild
Protestler schützen sich mit einem Regenschirm vor dem Tränengas der Einsatzkräfte.
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Die gewalttätigen Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion hatten bis in die Nacht angedauert. Schon seit fünf Monaten laufen die Demonstrationen gegen die Regierung, gegen das als brutal empfundene Vorgehen der Hongkonger Polizei und gegen den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung. Wegen der Unruhen blieben am Dienstag auch die Schulen und Kindergärten weiter geschlossen.

Uni in Hongkong im Zentrum der gewaltsamen Proteste

Die Universitäten der früheren britischen Kronkolonie hatten sich vergangene Woche zu neuen Brennpunkten der Proteste entwickelt. Daraufhin wurden die Studenten vorzeitig in die Semesterferien geschickt. An der Polytechnischen Universität waren die Auseinandersetzungen am Wochenende eskaliert. Die Studenten setzten sich mit Barrikaden, Brandsätzen, selbst gebauten Katapulten oder auch Pfeil und Bogen gegen die Sicherheitskräfte zur Wehr.

Die Polizei setzte Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer ein. Seit Sonntag haben die Einsatzkräfte das Hochschulgelände abgeriegelt, um die Studenten festzunehmen. Trotzdem konnten einige Hundert über Zäune oder an Seilen aus Gebäuden flüchten.