Feuchtes Toilettenpapier: Ein handfestes Problem

19. Juni 2015 - 7:27 Uhr

Irgendwie paradox

Alarm im niedersächsischen Bösel. Eine Pumpe, die Abwasser zur Kläranlage befördert, ist überlastet und muss raus aus dem Untergrund. Der Übeltäter: Feuchtes Toilettenpapier. Ein Zopf aus Feuchttüchern brachte die Pumpe an ihre Grenzen. Kein Einzelfall, solche Störfälle passieren in Bösel rund alle zwei Wochen. Die zusätzlichen Wartungen verursachen zusätzliche Kosten - und das Geld muss dann über höhere Abwassergebühren wieder reingeholt werden.

Feuchtes Toilettenpapier: Ein handfestes Problem
Paradoxes Konzept: Feuchtes Klopapier soll sich in Wasser auflösen, aber gegen Feuchtigkeit resistent sein.

In der Kläranlage selbst reinigt ein Abwassertechniker mehrmals am Tag den Filter: "Das Problem haben wir erst seit 6, 7 Jahren - seitdem ist das akut. Erst wussten wir gar nicht, woran es liegt", berichtet Stephan Rohe.

In den letzten Jahren ist der Absatz von feuchtem Toilettenpapier enorm angestiegen. 2013 gaben die Deutschen knapp 100 Millionen Euro dafür aus, Tendenz steigend. Das Problem lässt sich schnell ausmachen: Trockenes Klopapier löst sich in Wasser auf. Das feuchte Gegenstück soll das eigentlich auch können, muss aber gleichzeitig in irgendeiner Weise gegen Feuchtigkeit resistent sein, sonst wäre es ja schon vor Gebrauch nicht mehr da. Schon irgendwie paradox.