Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: Wir liegen zurück

2019 Brazilian GP SAO PAULO, BRAZIL - NOVEMBER 15: Mattia Binotto, Team Principal Ferrari during the 2019 Formula One Br
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21. Februar 2020 - 17:21 Uhr

Ferrari hisst schon mal die weiße Fahne

Die Beobachtungen der ersten Testtage in Barcelona hatte die Vermutung bereits nahegelegt - nun hat es Ferrari-Teamchef Binotto bestätigt: Der SF1000 ist nicht auf Augenhöhe mit den neuen Boliden von Mercedes und Red Bull.

Binotto: Mercedes und Red Bull sind sehr schnell

Ferrari hisst schon vor dem ersten Grand Prix am 15. Februar in Melbourne die weiße Fahne. Zwar sei es nach den ersten Testtagen noch zu früh für ein endgültiges Urteil, meinte Binotto, doch sein Zwischenfazit klingt wenig zuversichtlich: "Im Laufe der Saison wird Ferrari Mercedes schlagen können, in Melbourne möglicherweise noch nicht", sagte der Ferrari-Teamchef. "Ich habe bei den Tests gesehen, dass Mercedes und auch Red Bull sehr schnell sind."

Motorenprobleme bremsen Vettel aus

Größere Veränderungen am Chassis sind laut Binotto bis zum Australien-GP nicht geplant. "Wir müssen erst einmal das Potential des aktuellen Pakets nutzen", gab der studierte Ingenieur die Marschrichtung für die letzten drei Testtage in der kommenden Woche in Barcelona vor. "Sobald wir das Auto verstehen, kümmern wir uns um die Weiterentwicklung."

Aussagen, die Fahrer wie Fans nicht gerne hören werden. Zumal Ferrari als einziges der drei Top-Team ein offensichtliches Problem in der ersten Testwoche hatte: Sebastian Vettel blieb am Vormittag des 3. Tags mit einem Motorenproblem liegen.

Im Video: Vettel bleibt mit seinem SF1000 liegen

Und das, obwohl das Aggregat nach Angaben der Scuderia bis zu diesem Zeitpunkt nur in der untersten Leistungsstufe betrieben wurde. Woran es gelegen hat, wollte der Ferrari-Teamchef nicht verraten. Der V6-Motor werde erst im Werk in Maranello genauer untersucht, sagte Binotto.

Binotto: In den Kurven sind wir schneller geworden

Trotz des Rückstands zu Mercedes und Red Bull äußerte sich der Ferrari-Teamchef insgesamt zufrieden über den SF1000. Die Vorgabe, mehr Abtrieb in den Kurven als beim Vorjahresauto, sei erreicht worden: "Im Vergleich zu den Wintertest im Vorjahr sind wir in den Kurven sehr viel schneller geworden, dafür aber langsamer auf den Geraden. Die Daten stimmen mit unseren Erwartungen überein", sagte Binotto.

Doch mehr Abtrieb allein macht eben noch kein konkurrenzfähiges Auto, auch das weiß der Teamchef: "Entscheidend ist das Gesamtpaket."