Stichelei gegen Rosberg

Vettel nimmt Stellung: Dreher war ein „No-Go“

Vettel und Ferrari
© dpa, Lapresse, zeus esz kno cul axs

07. Juli 2020 - 10:08 Uhr

„Das darf mir nicht passieren“

Sebastian Vettel hat nach dem Spielberg-Desaster auf die harsche Kritik an ihm reagiert. "Das darf mir nicht passieren, keine Frage. Ich habe mich auch sehr darüber geärgert. Ein absolutes No-Go", nahm der Ferrari-Pilot bei ServusTV erstmals offen Stellung zu seinem Dreher beim Österreich-GP in der 31. Runde – ein "Anfängerfehler", so die einhellige Meinung der Experten. Am Ende sprang für Vettel beim Saisonauftakt in Österreich nur der für einen Ferrari-Piloten blamable 10. Platz heraus.

Vettel-Konter gegen Rosberg

Besonders Nico Rosberg schoss den 33-Jährigen daraufhin an. Es sei eine "eklatante Fehleinschätzung" Vettels gewesen, kritisierte der RTL-Experte: "Das ist unerklärlich und enttäuschend." Vettel konterte mit einer Stichelei gegen den Weltmeister von 2016: "Der Nico legt sich jedes Mal aus dem Fenster, egal bei wem."

Direkt im Anschluss an das Rennen hatte Vettel seinen Ausritt noch auf die katastrophale Performance der "Roten Gurke" geschoben. "Ich habe die Kontrolle verloren, ja. Aber ich hatte grundsätzlich wenig Kontrolle über das Auto. Das hat nicht besonders geholfen", sagte er.

Eine Ausrede, die nicht gerade gut ankam. Ralf Schumacher erwartet vom viermaligen Weltmeister dafür sogar eine Entschuldigung beim Ferrari-Team. "Wenn mein Teamkollege (Charles Leclerc, d. Red.) Zweiter geworden ist, wäre es besser gewesen zu sagen: 'Sorry! Ich habe Mist gebaut. Ich habe mich gedreht! Nächste Woche komme ich mit Vollgas zurück'", schrieb Schumacher in seiner Kolumne bei Sky.

Video: Vettel riskiert zu viel - und dreht sich

Mit ein paar Tagen Abstand beschrieb Vettel detailreich, wie es zu seinem Aussetzer im Duell mit Carlos Sainz, der ihn im kommenden Jahr bei Ferrari beerben wird, gekommen war. "Das sollte eigentlich gar keine Attacke sein, ich wollte nur möglichst nah dran sein", erläuterte Vettel: "Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Carlos reinzieht. Aber es war dann mein Fehler."

Um eine Kollision mit dem McLaren-Piloten zu verhindern ("Ich wollte ihn nicht touchieren"), habe er den "Anker geworfen und die Hinterachse blockiert. Dafür, dass ich keine Handbremse habe, habe ich das nicht schlecht gemacht", scherzte Vettel: "Aber es war natürlich keine Absicht, das Auto umzudrehen."

Er könne die Situation im Nachhinein beschreiben, "so wie ich es aus dem Cockpit gesehen habe oder so wie es passiert ist, aber trotzdem darf das nicht passieren, das ist ein absolutes No-Go und ohne das hätte ich deutlich bessere Chancen gehabt."

Durch das Verpassen von Q3 im Qualifying am Samstag habe er noch einen Satz neue weiche Reifen gehabt, "und der hätte mir am Ende noch einiges erlaubt. Deswegen hat mich das sehr geärgert."