Red Bull lüftet Ferrari-Geheimnis

Ferrari-Mogelei? PS-Vorteil nach FIA-Klarstellung plötzlich weg

03. November 2019 - 21:39 Uhr

Power-Geheimnis gelüftet: Ferraris Motorenvorteil ist weg

Ferrari hat seinen von der Konkurrenz kaum begreifbaren Power-Vorteil der vergangenen Monate eingebüßt. Beim Grand Prix der USA fehlen den Roten an diesem Wochenende plötzlich 50 PS, auf den Geraden sind Sebastian Vettel und Charles Leclerc statt über zehn nur noch drei km/h schneller als Mercedes. Grund dafür ist offenbar eine FIA-Anfrage von Red Bull, die dem Motoren-Geheimnis der Scuderia ein Ende gesetzt hat.

So hat Ferrari die Regeln zu seinen Gunsten gedehnt

Hat Ferrari also (mal wieder) gemogelt? Wohl nicht, vielmehr nutzte das Team seit der Sommerpause eine Grauzone im Reglement, die der Motorsportweltverband FIA als Reaktion auf Red Bulls Anfrage kurz vor dem US-Grand-Prix schloss.

Und darum geht es: Im Reglement ist festgelegt, dass pro Stunde maximal 100 Kilogramm Benzin durch die Power Unit gepumpt werden dürfen. Ein Gerät der FIA kontrolliert den Durchfluss zwar, allerdings nur intervallartig. Zwischen den Intervallen wäre es also denkbar, mehr Benzin einzuspritzen und den Durchfluss nur dann runterzufahren, wenn das Messignal erfolgt.

Red Bull wollte nun wissen, ob dies erlaubt sei. Die klare Antwort der FIA: Ist es nicht! Ein mehrseitiges Dokument legt dies nun auch schriftlich fest und wurde vor dem Rennwochenende in den USA an die Teams weitergegeben.

Seitdem ist die Ferrari-Power plötzlich futsch.

Binotto weicht Fragen aus

Bei RTL wollte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto die Vermutungen nicht bestätigen. Am RTL-Mikro (oben im Video) sagte der Italiener vor dem Rennstart in Austin: "Es ist gut, dass es diese Klarstellungen jetzt gibt".

Zuvor hatte Binotto auch auf die Verdächtigungen der Konkurrenz geschimpft: "Früher hatten andere Teams auch manchmal einen technischen Vorteil, aber da hat niemand mit dem Finger auf sie gezeigt. Jetzt haben wir bei Ferrari einen Vorteil im Bereich der Antriebseinheit. Das ist uns gelungen, weil wir in diesem Bereich hart gearbeitet haben. Es wäre nur fair, wenn sich so mancher seine Kommentare sparen würde."