Null Siege und zuletzt nur dritte Kraft

Ferrari-Krise: Sebastian Vettel verteidigt Teamchef Mattia Binotto

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14. August 2019 - 13:08 Uhr

Vettel: Vergleiche mit Arrivabene nicht fair

Vor einem Jahr hatte Ferrari zu diesem Zeitpunkt schon vier Siege auf dem Konto. Die Scuderia war mit Mercedes auf Augenhöhe, der Kampf um die Formel-1-WM zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton eine enge Kiste.

In der zweiten Saisonhälfte schmierten Vettel und Ferrari zwar ab, am Ende feierten die Roten aber immerhin sechs Siege und die Vize-Titel in Fahrer- und Konstrukteurs-WM. Zu wenig: Teamchef Maurizio Arrivabene musste gehen. 2019 ist Ferrari allerdings noch schlechter unterwegs - was laut Vettel aber nicht an Arrivabenes Nachfolger Mattia Binotto liegt.

Vettel lobt: Binotto bewahrt immer die Ruhe

"Ich denke nicht, dass es fair ist, beide miteinander zu vergleichen, weil jedes Jahr und jede Situation etwas anders ist", zitiert motorsport-total.com den viermaligen Weltmeister. Die Lage der Scuderia sei nicht leicht. "Wir hatten nicht die erste Saisonhälfte, auf die wir gehofft hatten. Trotzdem ist das ganze Team fokussiert und ruhig geblieben", so Vettel.

Ein Verdienst, den der momentane WM-Vierte Binotto zuschreibt. Der Italo-Schweizer habe trotz der verfahrenen Situation die Ruhe bewahrt. "Ich denke, Mattia schlägt sich sehr gut und hält alle zusammen", so Vettel.

"Einige Dinge passieren nicht über Nacht"

Der 32-Jährige sieht sein Team trotz der sieglosen ersten Saisonhälfte mit vielen Rückschlägen auf dem richtigen Kurs. "Einige Dinge passieren nicht über Nacht. Aber ich denke, wir verstehen ziemlich gut, wo das Auto steht." Die Scuderia habe eine klare Richtung gefunden, in die sie ihr Auto weiterentwickeln wolle. Ob diese stimme, würden aber erst die kommenden Monate zeigen, sagt Vettel.

Insgesamt habe sich unter Binottos Führung "nicht so viel geändert. Aber das finde ich positiv. Natürlich müssen wir uns verbessern. Wir müssen als Team stärker werden", fordert der 52-malige GP-Sieger.

Ferrari-Leistungen sprechen gegen Binotto

Die Zahlen und die bisherigen Saisonleistungen sprechen indes klar gegen Binotto: Null Siege, zahlreiche Technik-Pannen in Qualifiyng und Rennen, dazu mehrere Strategie-Böcke. Der Capo und seine Offiziere wirken oft planlos und überfordert.

Gegen die Silberpfeile chancenlos, droht Ferrari auch von Red Bull abgehängt zu werden. Beim letzten Rennen in Ungarn fehlten Vettel mehr als 40 Sekunden auf den zweitplatzierten Max Verstappen.

In der Team-WM liegen die Italiener nur noch magere 44 Punkte vor den 'Bullen', bei den Fahrern zeigt Verstappen den Ferraristi schon länger die Rücklichter.

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