Der Befreiungsschlag war so nah

Ferrari feiert wieder Leclerc - geschlagener Vettel zeigt sich schwer enttäuscht

21. September 2019 - 18:56 Uhr

Bei Ferrari jubeln alle - außer Vettel

Die Vettel-Fans witterten schon Morgenluft, mit einer herausragenden Runde war Sebastian Vettel in Singapur lange auf Pole-Kurs, auf dem Weg, es seinen Kritikern zu zeigen. Doch im entscheidenden Moment machte er wieder Fehler, während die Männer der Stunde an ihm vorbeizogen: Charles Leclerc und Lewis Hamilton. Vettels Reaktion fiel deutlich aus.

Vettel verbittert: "Der Speed war da"

"Dass es nicht gereicht hat, ist enttäuschend. Ich hatte es heute in der Hand, der Speed war da", klagte Vettel sichtbar geknickt. Er schien schon obenauf, aber letztlich glichen sich wieder die Bilder: Während Leclerc seinen Ferrari erklomm und die Faust ballte, die Ferrari-Crew in der Box in Jubelstürme ausbrach, schlurfte Vettel mit hängendem Kopf zur Interviewzone.

Schuld war eine Aneinanderreihung von Fehlern bei Vettels letztem und auf immer schneller werdender Strecke entscheidendem Versuch. "Ich hatte einen kleinen Wackler anfangs der Runde, wollte die Zeit zurückgewinnen, aber das hat leider nicht geklappt. Zum Schluss hatte ich zu viel Rückstand, habe etwas probiert, das gar nicht funktioniert hat. Da war klar, dass die Runde weg ist", schilderte Vettel am RTL-Mikro.

Das Momentum bleibt bei Leclerc

So war es also wieder Leclerc, der über seine dritte Pole in Folge jubelte und derzeit nicht zu stoppen scheint. "Ich bin überglücklich. Das war eine sehr gute Runde. Es gab ein paar Momente, in denen ich das Auto fast verloren hätte, aber es ging gut", sagte Leclerc und beschrieb damit sehr gut, wie das Momentum derzeit eben immer wieder auf seiner Seite ist.

Plötzlich funktionieren die Ferrari-Updates

Vom internen Kampf zwischen Vettel und Leclerc mal abgesehen, scheinen die Siege des 21-Jährigen auf den Ferrari-affinen Highspeedstrecken in Spa und Monza eine Initialzündung bei den Roten ausgelöst zu haben.

In Singapur, einer Strecke die vom Layout her der Debakelstrecke in Ungarn ähnelt, hatte niemand Ferrari ganz vorne erwartet. Doch Updates am Unterboden, Front- und Heckflügel, mit denen Ferrari über Monate hinweg bestenfalls auf der Stelle trat, funktionieren plötzlich. "Wir haben einige neue Teile mitgebracht, die funktionieren. Das war sonst nicht immer so", sagte Leclerc mit einem Schmunzeln.

Leclerc vor dem Sieg-Hattrick

Ins Rennen geht Leclerc nun als Favorit, acht der vergangenen zehn Rennen auf dem engen Stadtkurs von Singapur gewann der Pole-Setter. Gut für Ferrari, noch besser für Leclerc – aber für Vettel wäre das bei aller teaminternen Euphorie der nächste Nackenschlag.

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