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Ferrari-CEO Louis Camilleri spricht sich für Budgetobergrenze in der Formel 1 aus

Ganz neue Töne von den Roten

Ferrari-CEO Louis Camilleri spricht sich für Budgetobergrenze in der Formel 1 aus

Ferrari-CEO Louis Camilleri
Ferrari-CEO Louis Camilleri
Imago Sportfotodienst

Keine Rede mehr von drohendem F1-Ausstieg

War alles reine Fehlinterpretation? Wenn es nach Ferrari geht, dann: Si! Teamchef Mattia Binotto hatte sich zuletzt klar gegen eine weitere Senkung der 2021 neu einsetzenden Budgetobergrenze in der Formel 1 ausgesprochen – schnell wurde daraus eine Androhung eines möglichen Ausstiegs der Roten aus der Königsklasse gemacht. Doch nun die Kehrtwende: CEO Louis Camilleri erklärte vor Finanzinvestoren, dass der Traditionsrennstall die Kostengrenze begrüße. Was für ein Hin und Her…

Camilleri hofft auf baldige Einigung über Kostengrenze für 2021

„Unsere Hoffnung ist, dass so ein Deckel die F1 für alle Teilnehmer wirtschaftlich nachhaltiger machen wird und gleichzeitig sicherstellt, dass sie global gesehen die Königsklasse des Motorsports und ein Antrieb für Innovation und Technologie in der Automobilbranche bleibt“, wird Camilleri zitiert.

Der F1-Sportchef Ross Brawn hat bestätigt, dass die bisher geplante Obergrenze von 175 Millionen Dollar (ca. 160 Millionen Euro) nochmals herabgesetzt werden soll – auf 145 Millionen Dollar (ca. 133 Millionen Euro). Aber auch damit kann man nun offenbar in Italien gut leben. Camilleri sprach von „signifikanten Fortschritten“ im Bereich der Kostensenkung in der Königsklasse – und hoffe auf baldige Einigung. Nanu?

Ferrari-Boss vorsichtig optimistisch für 2021 - kein Wort von drohendem F1-Ausstieg

Für Ferraris Kurswechsel könnten auch die angepasste Umsatzwartung für 2020 gesorgt haben. Statt der angepeilten 4,1 Milliarden Euro rechnet Ferrari laut Camilleri mit 3,4 bis 3,6 Milliarden Euro. Der Ferrari-Boss stellt dabei ganz klar: „Ohne jeden Zweifel“ wird die Formel 1 die Finanzergebnisse der Traditionsmarke 2020 am meisten belasten.

Mit Blick auf das F1-Engagement hält er fest: „Die FIA und die F1-Gruppe prognostizieren derzeit maximal 18 Rennen – und die meisten davon werden ohne Fans stattfinden. Das wird zu drastischen Einnahmeverlusten für den Besitzer der kommerziellen Rechte führen. Genau wie bei Sponsoreneinnahmen. Und das sind unsere zwei wichtigsten Einnahmequellen.“

Für die F1-Saison 2021 ist der Ferrari-CEO aber optimistisch, dass die finanzielle Krise endet, denn: „Auch auf der Seite der Sponsoren hat die F1-Gruppe hart daran gearbeitet, neue Partner für sich zu gewinnen.“ Und einen wichtigen Traditionspartner auf der Seite der Teams scheint die F1 nach Camilleris Aussagen auch in Zukunft nicht zu verlieren.