WM als möglicher Abschluss der Karriere

Felix Neureuther vor dem Ende seiner Karriere: "Will mir mein Körper was sagen?"

Felix Neureuther
© dpa, Michael Kappeler, mkx axs nic som wst nic

14. Januar 2019 - 17:05 Uhr

Ski-Ass spricht über Rücktritt

Felix Neureuther stapfte missmutig durch den Schnee. Die große Bühne - wie vor mehr als 20.000 Zuschauern im brodelnden Zielkessel von Adelboden - ist normalerweise seine. Hier läuft er beständig zur Bestform auf, verblüfft seine Konkurrenten mit wilden Ritten durch den Stangenwald - trotz Trainingsrückstand, trotz Verletzungen, trotz Krankheit. Doch diesmal ist es anders. Neureuther hadert - und spricht darüber, bald hinzuschmeißen.

Der Kopf bremst ihn aus

"Früher, als alles einfacher gegangen ist, bin ich runtergefahren und war in Schlagdistanz. Jetzt fahre ich runter und bin nicht in Schlagdistanz", sagte Deutschlands Vorzeige-Skifahrer zu seinem verkorksten Auftritt in der Schweiz.

Nach seinem Kreuzbandriss im Herbst 2017, einem Daumenbruch im November und einer Gehirnerschütterung im Dezember fehlen ihm unzählige Trainings- und Renntage, sein unglaubliches Skigefühl allein reicht nicht mehr. "Die anderen haben sich weiterentwickelt, ich bin stehen geblieben. Es ist mehr Arbeit als gedacht, da kommt gerade alles ein bisschen zusammen", klagte der 34-Jährige.

Dazu spielt sein Kopf nicht mit. "Momentan ist es so, dass ich sehr viel Nachdenke am Start", sagte er. "Ich muss oben am Start stehen und es einfach nur laufen lassen." Bloß nicht Verkrampfen, heißt jetzt die Devise. Das Ziel ist die WM, und bis zu seinem ersten Rennen in Are hat er noch vier Wochen Zeit.

Von Terence Hill vermöbelt

In Adelboden klang Neureuther allerdings schon so, als würde in Are auch gleich eine Ära enden. "Vielleicht ist das ein schöner Abschluss", sagte er über die WM und fügte Sätze wie "You never know, wie es dann auch letzten Endes weitergeht", oder "Will mir mein Körper was sagen? Nach dem Motto: Kollege, jetzt ist mal gut so?", an. Deswegen sei er einfach total dankbar dafür, "dass ich die Rennen hier noch mal bestreiten darf".

Mit etwas Abstand fand Neureuther aber zumindest seinen Humor wieder. Bei Instagram postete er ein Video, in dem Terence Hill fleißig Backpfeifen verteilt. Darunter schrieb er: "So habe ich mich nach dem 1. Lauf gefühlt." Da hatte er auf Platz 27 gelegen. Am Ende wurde er 15. Immerhin ein kleiner Aufwärtstrend.