Ekel-Prozess

Feldwebel wollte Bewerberin als persönliche Sex-Sklavin

Der Angeklagte verdeckte sein Gesicht, weil er nicht erkannt werden wollte.
Der Angeklagte verdeckte sein Gesicht, weil er nicht erkannt werden wollte.
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06. Februar 2019 - 16:08 Uhr

Feldwebel forderte sexuelle Gefälligkeiten

Was muss das für ein Gefühl sein? Man tritt seinen Dienst als Soldatin an und dann fordert der Chef sexuelle Gefälligkeiten. Genau das ist Angela W. (Name geändert) passiert. Als sich die  Stabsdienstsoldatin 2015 um ein neue Stelle beworben hat, schickte ihr Feldwebel, Henry B. (Name geändert), anzügliche WhatsApp-Nachrichten. Am Mittwochmorgen stand er deshalb vorm Amtsgericht in Mönchengladbach. Doch der Angeklagte plädierte auf nicht schuldig.

„Wenn du im Büro bist, werde ich es mir holen“

Als Henry B. den Saal betritt, verdeckt er sein Gesicht mit einem weißen Heft. Er möchte nicht erkannt werden. Der Feldwebel muss sich wegen der Verbreitung pornografischer Schriften verantworten.

Als sich Angela W. damals bei ihm bewirbt, hatte sich Henry B. angeblich dafür eingesetzt, dass die junge Soldatin die Stelle bekommt. Als Gegenleistung habe er dann Sex gefordert. Mehr noch. Angela W. sollte seine persönliche Sex-Sklavin sein, so heißt es. Das geht auch aus einer Textnachricht hervor, die vor Gericht verlesen wurde: "Ich werde bestimmen, wie viel Sex du haben wirst. Da (im Büro, Anm. d. Red.) hole ich es mir einfach."

Feldwebel schickt Sex-Video

Ganze sechs Tage lang soll der Angeklagte die Soldatin mit Textnachrichten belästigt haben. Doch dabei blieb es nicht. Irgendwann schickte B. angeblich auch ein Video. Darin soll er selbst zu sehen gewesen sein, masturbierend und dann schließlich auch beim Samenerguss.

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Soldatin als „potenzielle Partnerin“

Als das Thema im Gerichtsaal zur Sprache kam, war dem Angeklagten die Scham anzusehen. Er räusperte sich immer wieder und wirkte unsicher. Weil er in psychologischer Behandlung sei und Probleme habe, sei er nicht schuldig - so die Erklärung des Feldwebels. Außerdem habe er Angela W. als potenzielle Partnerin gesehen.

Bei Gericht kam man am Mittwochmorgen zu keinem Urteil. Der Prozess wird am 22. Februar fortgesetzt.