Wegen fehlendem Corona-Test

Schwerkrankes Baby konnte nicht behandelt werden – RTL hilft junger Familie

Mama Michele und Baby Bruno
© Privat

12. Oktober 2020 - 14:18 Uhr

Endlich Hilfe für Baby Bruno

Wenn Verzweiflung letztlich der Freude weicht! Michele Retzlaff ist überglücklich: Endlich kann ihr schwerkranker Sohn Bruno behandelt werden. Ein wichtiger Termin in einer Kinderklink am kommenden Donnerstag drohte zu platzen, weil Mutter und Kind einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, um reinzukommen. Doch kein Arzt in Schwedt und Umgebung hatte Kapazitäten, um ihr zu helfen, bis RTL sich einschaltete...

Bruno kommt mit Loch im Rücken zur Welt

Bruno kommt am 25. Juni 2020 mit einem Loch im Rücken zur Welt. Schnell haben die Ärzte den Verdacht, dass der Kleine an Spina Bifida leiden könnte - einer Fehlbildung der Wirbelsäule und oft auch des Rückenmarks, die sich während der Schwangerschaft entwickelt und dazu führen kann, dass der Patient im Rollstuhl landet.

Um herauszufinden, was dem Jungen wirklich fehlt, müssen MRT, EEG und ein Ultraschall unter Vollnarkose gemacht werden. Bruno wird vorher vom Kinderarzt auf Corona getestet, aber die Mutter muss sich selbst kümmern. Ohne Test darf sie das Krankenhaus nicht betreten. Doch kein Arzt hat dafür Kapazitäten. Mit einem verzweifelten Aufruf hatte Michele zunächst auf Instagram ihrem Ärger Luft gemacht – doch nichts geschah. Erst ein Artikel auf RTL.de brachte Bewegung in die Geschichte.

Bruno wird nur untersucht, wenn Mutter und Kind negativen Corona-Test vorlegen können

"Ich hatte mir soviel davon erhofft", erklärt Michele – und tatsächlich: "Als der Artikel dann auf der Facebookseite von Punkt 12 gepostet wurde, fingen alle an ihn zu teilen – und plötzlich baten mir fünf Praxen und eine Klink an, mich dazwischen zu quetschen und den Test durchzuführen."

Michele entscheidet sich schließlich für einen Arzt, der ihr zuvor aus Kapazitätsgründen absagte –am Montagmorgen hat sie dort nun doch den Test gemacht. Die Arzthelferin hatte die junge Mutter auf Instagram angeschrieben. Einen Vorwurf, dass ihr erst nach der medialen Aufmerksamkeit geholfen wird, macht Michelle niemandem. "Die Ärzte hier sind völlig überlastet und das Gesundheitsamt lässt sie im Stich. Ich habe schon von einigen im Bekanntenkreis gehört, dass sie auch keinen Test kriegen – obwohl sie Symptome haben. Klar, dass es hier so wenig bestätigte Fälle gibt."

Michele findet das auf der einen Seite schockierend, ist aber natürlich in erster Linie erleichtert, dass sie nun zusammen mit ihrem Sohn ins Krankenhaus darf. Angst, dass ihr Test positiv ausfallen könnte, hat sie nicht "Mir geht's super." Den Untersuchungen am Donnerstag steht dann nichts mehr im Weg und dem kleinen Bruno kann hoffentlich endlich geholfen werden!