13. Oktober 2015 - 16:02 Uhr

"Es ist so schmerzhaft"

Karrissa und Richard Cox wissen nicht, ob sie ihr Kind jemals wiedersehen werden. Das Jugendamt nahm dem Paar sein Baby weg. Der Vorwurf: Karrissa und Richard sollten es misshandelt haben. Nach drei Jahren kam heraus, dass an den Vorwürfen nichts dran ist. Doch für die Eltern ist die schwerste Zeit ihres Lebens noch nicht vorbei.

Karrissa Cox weint, weil sie ihren Sohn nicht sehen darf.
Für Karrissa Cox ist ein Albtraum zur Realität geworden.

Es waren nur sechs Wochen, die Karrissa und Richard Cox aus Südengland mit ihrem Baby verbringen durften. Als der Junge, dessen Namen die Eltern nicht nennen, aus Mund und Nase blutete, fuhren sie mit ihm ins Krankenhaus. Dort gab der behandelnde Arzt ihnen die Schuld. Der Vorwurf: Sie sollen ihr Kind misshandelt haben. Eine Fehldiagnose mit Folgen: Das Jugendamt nimmt ihnen das Kind weg. Drei Jahre ist das jetzt her und noch immer kann Karrissa es nicht glauben.

"Das war völlig absurd. Wir waren angeklagt für etwas von dem wir wussten, dass wir es nicht getan haben. Das ist eine sehr schwierige Situation", erzählt sie und Tränen steigen ihr in die Augen. Sie fährt fort: "Es ist so schmerzhaft, wenn man andere Menschen mit ihren Kindern rumlaufen sieht. Da denkt man nur: 'Warum wir? Warum hat man uns das Kind weggenommen?'"

Im vergangenen Jahr wurde ihr Sohn von einer fremden Familie adoptiert. Doch eine Untersuchung ergab jetzt: Das Kind blutete nicht, weil es misshandelt wurde. Stattdessen sind zwei Gendefekte dafür verantwortlich – eine Knochenerkrankung und die Bluterkrankheit. Karrissa und Richard werden im Strafprozess freigesprochen. Die Strafe könnte trotzdem lebenslänglich lauten. Denn wenn es nach dem Jugendamt geht, werden sie ihr Kind nie mehr sehen dürfen. Denn die Behörden sind der Meinung, dass es für den mittlerweile fast vierjährigen Jungen nicht gut wäre, wenn er wieder aus der Adoptiv-Familie gerissen werden würde. Egal, ob die Eltern schuldig sind oder nicht.

Damit wollen sich Karrissa und Richard nicht abfinden. Sie wollen die Adoption anfechten. Warum ausgerechnet ein Fall aus Deutschland ihnen Hoffnung macht, sehen Sie im Video.